Völlig verzerrter Markt – von Götz Middeldorf

Düsseldorfs Flughafen-Chef freute sich wie ein Schneekönig über die Ankunft des Emirates-Airbus, der Vize-Chef der arabischen Airline haute ordentlich auf den Putz und sprach von Qualität, Expansion und Wettbewerb.

Doch gerade der Wettbewerb ist es, der zwischen den europäischen und arabischen Airlines völlig verzerrt ist. Sicherlich, die Gesellschaften vom Golf bieten eine hervorragende Qualität zu unschlagbaren Preisen. Aber jeder Verbraucher, der mit Emirates oder der ebenfalls aus den Emiraten kommenden Etihad fliegt muss wissen, dass der Wettbewerb eben nicht fair ist.

Von den Scheichs mit Öl-Milliarden gegründet und mit aller Macht hochgeputscht, saugen diese Airlines geradezu die Passagiere vom europäischen Markt ab. Denn einen eigenen Heimatmarkt haben sie in ihren Wüsten-Staaten nicht und setzen daher auf Verdrängung. Das geht zu Lasten europäischer Airlines. In Deutschland leidet vor allem Lufthansa, die diese Woche ankündigen musste, aus wirtschaftlichen Gründen ihre Düsseldorfer Langstrecken-Basis aufzulösen und von hier künftig (statt früher fünf) nur noch ein Langstrecken-Ziel anbietet. Warum, ist klar: Wir haben ein ganz anderes Lohnniveau als die Länder in Fernost, deutsche und europäische Airlines erhalten keine Subventionen und bekommen von der Politik beispielsweise durch eine Luftverkehrsabgabe oder eingeschränkte Start- und Landezeiten noch Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Es ist die deutsche und europäische Politik, die dazu beiträgt, dass der Wettbewerb im globalen Luftverkehr völlig verzerrt ist, Lufthansa in die Miesen rutscht und Air Berlin seit Jahren immer knapp vorbei an der Pleite in die roten Zahlen fliegt.

Und dass es teils heftige Kritik am Umgang von Emirates mit dem Kabinenpersonal gibt, sei da nur am Rande bemerkt...