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Prozess

Vietnamesische Gärtnersklaven aus dem Hanf-Bunker entlasten Rockerclub

16.08.2012 | 22:00 Uhr
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Eher zufällig entdeckte die Polizei am 14. März bei einer Razzia gegen den Rockerclub "Clan 81" diese Hanfplantage in einem Bunker in Düsseldorf. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Am 14. März entdeckten Fahnder bei einer Razzia über dem Vereinslokal des Rockerclubs "Clan 81" eine der größten Hanfplantagen, die jemals in NRW gefunden wurden. Eine damals verhaftete "Gärtnersklavin" aus Vietnam sagte nun vor Gericht aus, die Hintermänner der Plantage seien ebenfalls Vietnamesen.

Die Polizisten suchten im Bunker an der Heyestraße Hinweise zur Aufklärung einer Rocker-Schlägerei, vor allem nach Verdächtigen, die am 21. Januar in der Mönchengladbacher Innenstadt bei den schweren Ausschreitungen zwischen den verfeindeten Hells Angels und Bandidos beteiligt waren. Die Fahnder fanden eine der größten Hasch-Plantagen, die je in NRW entdeckt wurde. Und vier Vietnamesen, die sich um die Pflanzen kümmerten. Die drei Männer und ein Frau stehen seit Donnerstag vor dem Düsseldorfer Landgericht.

Den Bunker besuchten die Ermittler am 14. März 2012 wegen der Kneipe „Red Pearl“ im Erdgeschoss, Vereinslokal des Rockerclubs „Clan 81 “. Unterm Dach stießen die Polizisten auf die Plantage: In neun Räumen auf zwei Etagen standen fast 3000 Pflanzen, auf dem Boden lagen 14 Kilo Marihuana zum Trocken, unter der Decke hingen noch einmal 40 Kilo. Die Ernte soll monatlich 100.000 Euro eingebracht haben.

170 Glühlampen, Strom abgezapft

170 Glühlampen erleuchteten die fensterlosen Räume, die Kabel waren abenteuerlich verlegt, der Strom illegal abgezapft. Ein Verschlag mit Matratzen, Kochnische und Kühlschrank war wohl die Unterkunft der Gärtner.

Außer den vier Asiaten nahm die Polizei den Präsidenten den Rockerclubs fest, weil sie ihn für den Betreiber der Plantage hielt. Doch der Solinger (24) wurde nach wenigen Tagen wieder freigelassen.

Polizisten beschlagnahmten fast 3000 Pflanzen. Die Ernte soll monatlich 100.000 Euro eingebracht haben.Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Nach Aussage der angeklagten Frau (44) scheinen die Hintermänner Vietnamesen zu sein: Sie berichtete, sie seien im Oktober 2011 von Landsleuten in den Bunker gebracht worden. 1000 Euro pro Monat sollte sie verdienen, bis Mai bleiben, dann sollten andere kommen. Ihr sei bald klar gewesen, dass die Pflanzen illegal angebaut wurden. Aber: „Ich hatte Angst, viel Angst“, sagte sie. Man habe ihr gesagt, auf der Straße könne sie sofort festgenommen werden.

Angeklagte finanzierte Studium ihres Sohnes mit Zigarettenhandel

Sie ist wie zwei Mitangeklagte illegal in Deutschland, zahlte 2008 für Reise 11.000 Dollar an Schleuser. Davon müsse sie noch 2000 Dollar abzahlen. In Vietnam ließ sie zwei Kinder zurück, heute 10 und 18 Jahre alt. Dank ihres Geldes, verdient mit illegalem Zigarettenhandel in Berlin, könne der Sohn nun studieren.

Razzia bei Rockern

Der vierte Angeklagte (29), der als Flüchtling in den Niederlanden groß wurde, gehört nach ihren Angaben zu den Hintermännern. Er habe ihnen einmal im Monat Fleisch und Fisch gebracht, Gemüse und Getränke habe „der Hausbesitzer“ für sie eingekauft. Der habe auch 12.000 Euro Miete pro Monat erhalten. Der 29-jährige Mitangeklagte sei am 14. März in Bunker gewesen, um bei der Ernte zu helfen – da war die Polizei gekommen. Der Prozess geht weiter.

Katharina Rüth

Kommentare
17.08.2012
13:57
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17.08.2012
13:42
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Name von Moderation entfernt | #2

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17.08.2012
13:30
Vietnamesische Gärtnersklaven aus dem Hanf-Bunker entlasten Rockerclub
von Eduard79 | #1

"Gärtnersklaven aus dem Hanf-Bunker"

Das muss man erstmal wirken lassen.

Ich vermisse noch Ausdrücke wie etwa "Horror-....", "Terror-..." oder auch "Monster-...", dann wäre es vielleicht NOCH etwas mehr in Richtung Boulevard.

1 Antwort
Vietnamesische Gärtnersklaven aus dem Hanf-Bunker entlasten Rockerclub
von digedag999 | #1-1

100 % Zustimmung. aber immerhin wurde auf das Lieblingsschlagwort: "Mafia" verzichtet, obwohl das doch heute für jede Gruppe von 1,5 Taschendieben gerne benutzt wird.

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