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Kriminalität

Vier von zehn Einbrechern scheitern

03.03.2010 | 18:16 Uhr
Vier von zehn Einbrechern scheitern

Kreis Mettmann. Kreispolizei bringt Zahlen auf den Tisch: Erfreulich ist die Abnahme der Wohnungseinbrüche, frustrierend die Aufklärungsquote.

In Sachen Sicherheit steht der Kreis gut da. Das Risiko, hier Opfer einer Straftat zu werden, ist um ein Viertel geringer als im Landesdurchschnitt. Das ergibt die Kriminalitätsstatistik der Kreispolizei, die Landrat Thomas Hendele gestern in Mettmann vorstellte.

Die Städte Hilden, Langenfeld und Monheim sind attraktiv, ziehen viele Unternehmen und Pendler an. Sie sind damit auch im Bereich der Kriminalität aktiver als andere Orte im Kreis. „Das heißt aber nicht, dass in diesen Städten das Risiko für die Bürger im Alltag höher wäre”, stellt Hendele klar.

Es gibt im ganzen Kreis keinen Brennpunkt der Straßenkriminalität: keinen Ort, den die Bürger meiden sollten, keine Zeit, zu der man sich unsicher fühlen müsste.

Einen Meilenstein schafft der Kreis bei der Sicherheit der Wohnungen: Weniger als 1000 Wohnungseinbrüche wurden im letzten Jahr registriert, in vier von zehn Fällen davon scheiterte sogar der Versuch. Ulrich Koch, ranghöchster Polizist des Kreises, führt den im Vergleich zum Beispiel mit Düsseldorf sehr guten Wert auf die Aktionen „Gemeinsam aktiv” und „Zuhause sicher” zurück. „Oft sehen wir drei, vier Versuche in einer Straße nebeneinander”, so Kripo-Chef Ralf Stetza, „Der vierte Nachbar hat an der Sicherheit gespart, da haben die Täter dann Erfolg.” Auf die Aufklärung der Fälle zu setzen, ist oft vergeblich: Nur 10,5 Prozent der Einbrecher wurden letztes Jahr ermittelt.

Besonders aufmerksam sind die Beamten bei jungen Intensivstraftätern. Als solche gelten der Polizei Leute unter 21, denen fünf oder mehr Straftaten nachgewiesen werden konnten – davon gibt es 156 im Kreisgebiet. „Wer besonders auffällt”, so Koch, „um den kümmern wir uns.” Jeder Polizist im Kreis kenne diese Personen.

Bei Diebstählen zeigt die Kurve in der Statistik steil nach unten. Als Gründe sind die Sicherungsmaßnahmen der Läden zu nennen. Diebstähle von und aus Autos sind ebenfalls rückläufig. „Es gibt weniger Nachfrage von den Hehlern”, so der Kripo-Chef.

Anzeigen zu zählen und Aufklärungsquoten zu errechnen ist einfach, nicht aber die Bewertung der Ergebnisse. Schon die wechselnde Bereitschaft der Bürger, Vorkommnisse anzuzeigen, beeinflusst die Statistik.

Hendele ist zufrieden, dass die Zahlen bei einem leichten Anstieg insgesamt stabil sind. Für Ulrich Koch ist klar: „Zufrieden sind wir nicht.” Jede Straftat ist zu viel. mg

Max Glockner

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