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02.02.2009 | 20:55 Uhr

MUSIK. Der Uni-Chor bringt nach nur einem Semester Probe schwierige Werke auf die Bühne. Konzert in der Tonhalle.

Silke Löhr kann den Takt auch in schnellem Tempo vorgeben: "Ich muss da schon mal aufs Gaspedal treten", sagt die Leiterin des Uni-Chores lächelnd. Und meint das Kunststück, einem Chor von 40 bis 70 Sängern in nur einem Semester, in drei kurzen Monaten, schwierige Werke abzuverlangen wie Anton Bruckners Messe Nr. 3 f-Moll, Bachs Weihnachtsoratorium oder Leonard Bernsteins "Chichester Psalms". Werke, die im Konzert begeistert bejubelt wurden. 20 Jahre besteht der Chor der Universität jetzt und feiert dies mit einem großen Konzert mitsamt Uni-Orchester in der Tonhalle.

Reise nach Brasilien im März

1988 kamen etliche Studierende und Unimitarbeiter zu einer Art Singkreis zusammen. Daraus entstand ein Jahr später ein fester Uni-Chor, 1990 kam Dirigentin Löhr dazu. Die heute 42-Jährige studierte Musik und Mathematik, legte in Utrecht mit Auszeichnung ihr Konzertexamen ab, besuchte Meisterkurse bei Dirigenten-Größen wie Kurt Masur und Sir Simon Rattle. 1999 erhielt sie den Förderpreis des Landes, gab zwischendurch den Takt vor bei den Düsseldorfer Symphonikern, dirigierte auch an der Komischen Oper Berlin. Einmal die Woche, zwei- bis dreimal vor großen Konzerten wie dem jetzt anstehenden Auftritt, stimmt sie den Uni-Chor auf die schwierigen Noten ein.

"Wir müssen das in etwa zwölf Proben in einem Semester hinbekommen", schildert sie. "Denn am Ende des Semesters stehen bei den Studierenden Klausuren oder Prüfungen an. Manche wechseln ja auch nach dem Studienabschluss." Allerdings sind unter den insgesamt rund 100 Sangesfreudigen auch viele Ärzte, Professoren, "da sitzen Uni-Sekretärinnen neben der Bibliothekarin oder dem Arzt", beschreibt Chor-Präsidentin Stefanie Zaun die sozialen Kontakte. "Und viele kommen nach dem Abschluss und mit Job weiter zu den Proben", sagt Uta Nolte, Uni-Mitarbeiterin und seit zwölf Jahren im Chor.

Inzwischen unterstützt vom Förderkreis der Heine-Uni und etlichen Sponsoren, reiste der Chor zu Konzerten in Frankreich und England. Im April geht es zu mehreren Auftritten in Brasilien, finanziell gefördert durch das Goethe-Institut und das Auswärtige Amt.

Zuvor wird in der Tonhalle mit dem Uni-Orchester der 20. Geburtstag gefeiert - mit Giacomo Puccinis Werk "Messa di Gloria", erst 1952 wiederentdeckt, und einem Spätwerk von Francis Poulenc für Sopran, Chor und Orchester.

Freitag, 6. Februar, 20 Uhr in der Tonhalle, Restkarten 10 bis 20 Euro. Infos www.uni-duesseldorf.de/unichor

JO ACHIM GESCHKE

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