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Rheinufertunnel

Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein

03.10.2009 | 04:00 Uhr
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein

Düsseldorf. Im Rheinufertunnel wird jetzt rund und die Uhr geblitzt, ohne dass die Raser es bemerken. Gerade mal 24 Stunden ist die neue Anlage im Tunnel in Betrieb - schon sind 668 Raser geblitzt worden. Mit einer derart hohen Zahl hatte nicht mal die Ordnungsbehörde gerechnet.

Uwe Brand vom Ordnungsamt betrachtet das Radarfoto, das der KFZ-Zulassungsstelle an der Heinrich-Ehrhardt-Straße online übermittelt worden ist: der Spitzenreiter des Tages. Ein schöner weißer, PS-trotzender Porsche ist auf dem Abzug zu sehen. Schade nur für den Fahrer, dass er den schnittigen Sportwagen bald mehrere Wochen in der Garage stehen lassen muss. Ihm drohen jetzt zwei Monate Fahrverbot, vier Strafpunkte in Flensburg und 280 Euro Geldbuße. Und das deshalb, weil der Fahrer gestern früh um 6.07 Uhr den Rheinufertunnel wohl mit dem Nürburgring verwechselt, die Warnschilder missachtet und mit 127 Stundenkilometern ertappt wird - 57 km/h schneller als erlaubt.

Gerade mal 24 Stunden ist die neue Radarfalle im zwei Kilometer langen Tunnel in Betrieb - schon sind 668 Raser geblitzt worden. Mit einer derart hohen Zahl hatte nicht mal die Ordnungsbehörde gerechnet. Zumal gleichzeitig das Tempolimit von 60 auf 70 Stundenkilometer angehoben worden ist. Und trotzdem fahren noch viel zu viele viel zu schnell.

"Unverantwortliche Raser"

„Mich erstaunt und erschreckt das”, erklärt der kommissarische Amtsleiter Michael Zimmermann, als ihm die erste Bilanz vorgelegt wird. „Wir haben an allen Tunnel-Einfahrten deutlich sichtbar Schilder aufgestellt, die auf die Radarkontrolle hinweisen. Aber die sind gar nicht ernst genommen worden.”

Bei früheren sporadischen, mobilen Tempomessungen wurden immer wieder Autofahrer erwischt, die das Gaspedal durchgetreten hatten. Bis zur Ziffer 180 reichte die Tachonadel. Ordnungsdezernent Werner Leonhardt spricht von „unverantwortlichen Rasern, die nicht nur sich, sondern andere gefährden.” Wohl wissend, dass im Tunnel in der Regel nicht gemessen wird, weil Autofahrer nicht vom Blitzlicht aufgeschreckt werden dürfen. 

Doch das war einmal. Eine neue Technik der Monheimer Software-Firma „Robot” sorgt dafür, dass man den dunkelroten Blitz fast überhaupt nicht wahrnimmt, Fahrer und Kennzeichen auf dem Digitalbild aber trotzdem gut zu erkennen sind. Auf eine solche technische Entwicklung hatte die städtische Unfallkommission schon lange gewartet.

"Jeder Verletzte weniger rechtfertigt die neue Anlage"

Seit Donnerstag sind die acht insgesamt 400 000 Euro teuren Kameras in den beiden Tunnelröhren in Betrieb: eine Überwachung rund um die Uhr. Die ist bitter nötig, davon ist Michael Zimmermann fest überzeugt. Über 80 Mal hatte es in den vergangenen beiden Jahren im Rheinufertunnel gekracht.: „Jeder Verletzte weniger rechtfertigt diese neue Anlage.”

Auch wenn die Radarfalle am Rhein zusätzliches Geld in die Stadtkasse spülen wird (allein 2008 kassierte die Behörde 4,2 Millionen Euro an Verwarnungs- und Bußgeldern aus der stadtweiten Geschwindigkeitsüberwachung), sei der „Vorwurf der Abzocke aberwitzig”, so Zimmermann.

Das zeige gerade das Beispiel Rheinufertunnel. Viele Autofahrer, die zu schnell fahren, „sind sich nicht bewusst, dass bei unvorhersehbaren Situationen ein rechtzeitiges Reagieren nicht mehr möglich ist.” Wer in der Tunnelröhre die Kontrolle verliert, kracht mit dem Auto schnell gegen die Wand.

Ob die permanente Tempokontrolle die Autofahrer langfristig bremst, darauf setzt das Ordnungsamt. In einem halben Jahr wird ein erstes Resümee gezogen. Michael Zimmermann ist zuversichtlich. Mit dem Bekanntheitsgrad der Kamera-Anlage wird die Verkehrsdisziplin steigen. Die meisten Düsseldorfer Autofahrer halten sich schon jetzt an dieses Tempolimit. Nur jeder fünfte Ertappte kam von hier.

Michael Mücke

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Kommentare
31.03.2010
00:45
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von Strassenräuberei | #64

Warum kommt keine flächendeckende Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 120 ? Na klar - dann fliesst kein Geld mehr in die leeren Kassen der Kommunen ! Alles Abzockerei - mehr NICHT !

30.03.2010
08:23
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von rdp | #63

Da stehen nun wirklich genug Schilder und Hinweise ! Wer nicht lesen kann ODER WILL, soll zahlen oder wenn er/sie es zu arg treibt, sinnvollerweise den Lappen abgeben. So einfach ist das, das ist keine Abzocke. Auf der A 40 zwischen Essen-Frillendorf und Gelsenkirchen stehen z.B. auch Starenkästen vor Kurven, in denen sich vorher regelmäßig Leute gehimmelt haben und nicht selten dabei auch noch andere mitgenommen haben. Auch dort wird mit großen Schildern angekündigt, daß geblitzt wird, und wer es partout nicht wahrhaben will, zahlt eben. Seit die Kästen dort stehen, gab es dort keine tödlichen Unfälle mehr, das spricht eine deutliche Sprache. Blöd nur, daß die meisten wissen,wo genau die Dinger stehen, kurz vorher abbremsen und dann wieder bis zur nächsten Meßstelle Gas geben, was ja auch unfallträchtig ist. Spricht also einiges FÜR flächendeckende Überwachung, um solches unverantwortliche Idiotentum zu unterbinden, viele scheinen es nicht anders zu begreifen. 50 km/h innerorts mußte in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts auch rigoros durchgesetzt werden, nachdem es immer mehr tödliche Unfälle gab, bei denen Unschuldige ihr Leben wegen der Selbstüberschätzung der üblichen Idioten ihr Leben verloren. O.k., wer sich selbst um den nächsten Baum wickeln will, soll das tun, aber zieht keine Anderen mit hinein und das tut ihr im Straßenverkehr letztlich tendenziell immer; aber an die Allgemeinheit denken können Egomanen einfach nicht von selbst, man muß es ihnen also beibringen und sie scheinen es nur zu lernen, wenn es im Portemonnaie weh tut oder sie mal ne Weile die Vor- und Nachteile des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs kennenlernen dürfen. Ich finde den Beitrag des 245 Ps Fahrers sehr richtig (#45) und mit der Einschränkung von Freiheit hat das ganze hier nun wirklich nichts zu tun. Eure Freiheit (wovon? und wozu?) wird längst ganz anders beschränkt, außerdem bedingt Freiheit Verantwortlichkeit, das scheinen einige hier nicht zu begreifen !

19.03.2010
13:42
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von distiller | #62

Ja genau, wer sich nichts zu Schulden kommen lässt....... Was sagen dazu eigentlich die politischen Häftlinge in der ehem. DDR? Die Oberspießer haben da auch immer gesagt ...die müssen sich doch nur an Recht und Gesetz halten... da ging es auch nur um Lapalien, wie stattsfeindliche Hetze... Heute ist es Klimperkram wie 30km/h zu schnell in einem Tunnel für den am besten die Todesstrafe kommen sollte...*gähn*

03.02.2010
12:05
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von scooterpit | #61

Hübsch, dass unbelehrbare Raser (m.E. reine Egoisten ich bin der Schnellste, ich, ich ich) hier ihr wahres Gesicht zeigen.
Ich wohne an einer Bundesstraße, an der nach Aufstellung mehrer Starenkasten die Anzahl der Verkehrstoten pro Jahr von 5 auf 0 gesenkt wurde, schwere Unfälle gingen drastisch zurück.
Aber Verstand einschalten ist für Gaskranke ja wohl auch zu schwer...

02.12.2009
20:51
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von dongiovanni | #60

Das hat mit Verkehrssicherheit nichts zu tun. Abzocke

02.12.2009
15:57
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von Allberto | #59

Ich fahre mit der U-Bahn. Die wurde im Tunnel noch nie geblitzt. Und wenn meinem Chauffeur doch mal der Führerschein entzogen werden sollte, dann schickt mir die Rheinbahn garantiert einen Ersatz-Fahrer. Die Probleme der Autofahrer kenne ich gar nicht.

13.10.2009
01:47
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von Unholy | #58

Man sind Euch die Farbbeutel ausgegangen?

13.10.2009
01:38
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von hans kohle | #57

regt euch doch nicht über die paar piepen wg. geschwindigkeitsübertretung auf. fahrt mal durch holland mit 5-8 km schneller als erlaubt- da wirstdu alle 10 km vom automat geblitzt. die preise sind auch mal ganz schön happig- da ist unser staat der billige jakob.

13.10.2009
01:33
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von rolf struwe | #56

... die Buffets unserer Stadtbeamten sind halt teuer -
und irgendwo muss das Geld ja herkommen ....

12.10.2009
11:40
Viele Raser fallen auf neue Radarfallen herein
von OberlehrerIII | #55

Wirklich schwer auszuhalten, was einige Schreiber/Oberlehrer so von sich geben. Regeln sind einzuhalten. Wer sind nicht an Regeln hält usw. Das ist doch typisch deutsch, oder? Solche Menschen würden auch in der Wüste an einer roten Ampel warten. Tatsache ist, dass einige Geschwindigkeitsbegrenzungen wirklich schwer nachzuvollziehen sind und genau dort wird dann eine Radarfalle - pardon - Radmessung durchgeführt. Beispiel: Autobahn - drei Spuren, absolut gerade, keine Baustelle, kein Split o.ä. und dann 100 km/h. Schon merkwürdig...

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