Verschrottung ist die beste Lösung

Dass Düsseldorf keine glückliche Hand mit Pavillons hat, lässt sich im Schwarzbuch des Bunds der Steuerzahler nachlesen. Dort werden Beispiele für Steuerverschwendung aufgeführt – und sowohl der Lüpertz-Pavillon, der zu einer Quadriennale im Ehrenhof aufgebaut war, als auch der Info-Pavillon für die Großprojekte Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie sind dort vertreten. Letzterer nicht wegen seiner Baukosten von rund 1,4 Millionen Euro, sondern vor allem wegen der Kosten des ersten Umzugs vom Schadow- auf den Corneliusplatz: mehr als 800 000 Euro. Im Sommer muss er auch diesen Platz räumen, diesmal sollen die Umzugskosten laut Planungsdezernent Gregor Bonin sogar bei 1,2 Millionen liegen (NRZ von Mittwoch).

Eindeutig zu viel, findet Heiner Cloesges vom Bund der Steuerzahler NRW. „Das wird zu einem Fass ohne Boden, denn mögliche Folgenkosten sind nicht enthalten.“ Er plädiert deshalb dafür, einen Schlussstrich zu ziehen und die – nicht billige, aber mit 210 000 Euro deutliche günstigere – Variante des Verschrottens zu wählen: „Auch diese Summe ist ärgerlich, aber so wird nicht noch mehr Steuergeld in den Sand gesetzt.“ Vor allem aber sollte die Politik Schlüsse daraus ziehen, damit sich Ähnliches nicht wiederholt. Voraussetzung seien sorgfältiges Planen und größtmögliche Transparenz bei den Kosten.

Markus Raub: „Weg mit dem Teil“

Auch in der Ampel-Ratsmehrheit sprechen sich einige für diese Lösung aus: „Der Pavillon hat seinen Zweck erfüllt, jetzt ist das Verschrotten die kostengünstigste Lösung“, sagt Manfred Neuenhaus (FDP). In der SPD-Fraktion wird das Thema am Montag diskutiert. Deren Chef Markus Raub sagt: „Ich sehe keine nachhaltige, umsetzbare Lösung. Deshalb weg mit dem Teil!“ Grünen-Fraktionschef Norbert Czerwinski hat sich noch nicht festgelegt. Er findet die Standorte Kamper Acker und Ständehauspark interessant, Verschrotten sei wegen der Kosten ein Argument, fände er aber schade. OB Thomas Geisel (SPD) favorisiert den Standort Kamper Acker, geht aber von weit niedrigeren Kosten aus.

Der Umzug wird laut Planungsdezernat so teuer, weil jedes einzelne Teil des Pavillons beschriftet, archiviert und zwischengelagert werden muss. Die Kosten der Verschrottung seien auf die Demontage per Hand und die Entsorgung von 40 Tonnen Schrott zurückzuführen. Aus der Wiederverwertung erwartet man maximal 10 000 Euro.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE