Verräterische Schuhe
12.11.2008 | 20:26 Uhr 2008-11-12T20:26:13+0100VERBRECHEN. Unter den Sohlen haftete Blut des erstochenen Maklers. DNA-Spuren vom Tatverdächtigen sichergestellt.
Es ist die lange Indizienkette und schließlich das Analyseergebnis der Gen-Experten vom LKA, weshalb die Staatsanwaltschaft die beiden mutmaßlichen Mörder des 69-jährigen Maklers Hans-Gerd K. nach mehr als zwei Wochen für überführt hält. Die Ermittler rechnen damit, dass das verhaftete Pärchen, das bisher nicht gestanden hat, aufgrund der Beweislast doch bald aussagen wird. Das wichtigste Fundstück: Die Turnschuhe des 23-Jährigen, an denen sowohl seine DNA-Spuren als auch das Blut des Opfers haften.
Am 25. Oktober entdeckte die Feuerwehr die blutüberströmte Leiche des Immobilienkaufmanns in seinem Büro an der Bismarckstraße 77 - getötet durch zahlreiche Stiche in den Oberkörper. Da die Eingangstür nicht aufgebrochen war, glaubte die Mordkommission, dass das Opfer den Täter gekannt haben muss. Ein Verdacht richtete sich schnell gegen die frühere 22-jährige Mitarbeiterin, die sich am Abend des 24. Oktober mit dem Ex-Chef verabredet hatte.
Erfolgreiche Suche am Unterbacher See
Der wohl entscheidende Hinweis kam von einer Spaziergängerin am Unterbacher See, die nahe des Nordstrandes einen Rucksack mit Visiten- und Geldkarten des Opfers im Wasser sah. Die alarmierte Polizei fand dort auch blutige Turnschuhe mit auffälligem Profil und Handschuhe, die der Täter getragen haben soll.
Brandspuren am Rucksack deuteten darauf hin, dass er angezündet werden sollte. Als dies misslang, wurde er in den See geworfen. Die Kripo ging schon damals davon aus, dass das kurz darauf festgenommene Pärchen auf dem Weg zur Solinger Wohnung am Unterbacher See stoppte, um die Beweismittel zu vernichten.
Gewissheit für die Fahnder brachten jetzt die Testergebnisse: Das Blut an den Schuhen stammte vom Opfer, an der Innenseite wurden DNA-Spuren des 23-jährigen Lebensgefährten sichergestellt. Auch der Rucksack soll ihm gehören.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei traf sich die 22-Jährige mit ihrem Chef, weil sie wieder einen Job wollte und ausstehende Gelder forderte. Als der 69-Jährige ihr lediglich einen geringeren Betrag angeboten habe, habe sie ihren vor dem Büro wartenden Freund reingelassen. Das Pärchen habe dann das Opfer getötet und sei mit Bargeld in vierstelliger Höhe geflohen, so die Staatsanwaltschaft. Der 23-Jährige ist verschuldet. Er betrieb zuletzt eine Karateschule, in der seine Freundin aushalf.
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