Vergewaltigung: Taxifahrer muss hinter Gitter

Zwei Jahre und neun Monate Gefängnis hat das Amtsgericht gestern gegen einen 47-jährigen Taxifahrer verhängt. Der Mann hat nach Überzeugung des Gerichts innerhalb weniger Tage im Mai 2013 zwei schwere sexuelle Übergriffe auf weibliche Fahrgäste verübt.

Vor einer Schülerin (17) hatte er sich demnach bei einer nächtlichen Heimfahrt befriedigt. Eine andere Frau (49) hat er nachts bei einer Tour laut Urteil sogar vergewaltigt. „Beide Frauen wären besser mit der Bahn heimgefahren“, lautete gestern das bittere Fazit der Staatsanwältin.

Der Angeklagte hat sämtliche Vorwürfe aber strikt geleugnet, hat sich als untadeligen Familienvater beschrieben und Freispruch gefordert. Das Gericht hat die Aussagen dieser beiden Frauen als „absolut glaubwürdig“ bewertet, hat dagegen die Beteuerungen des Angeklagten („So wahr mir Gott helfe, so etwas habe ich in 21 Jahren als Taxifahrer noch nie gemacht!“) als „glatt gelogen“ eingestuft.

Stark angeheitert

So hatte die Schülerin weinend erzählt, nach einer Fete bei ihrem Freund sei sie damals „angedudelt“ gewesen, habe sich für die Heimfahrt im Taxi des Angeklagten dann eher zufällig direkt auf die Rückbank gesetzt – und im Rückspiegel habe der Angeklagte das Mädchen dann bei seiner ganzen Fahrt dauernd beobachtet, während er sich befriedigte.

„Er hat richtig ekelig gegrinst dabei, ich hatte totale Angst, dass er mich noch vergewaltigt“, so die Zeugin. An der ersten roten Ampel sei sie fluchtartig ausgestiegen, habe ihren Freund angerufen, dann die Polizei alarmiert. Und dennoch traut sich die junge Frau seitdem nicht mehr, nachts ganz allein in ein Taxi zu steigen.

„Er hat sie in eine ekelerregende, gruselige Situation gebracht“, schimpfte die Staatsanwältin. „Absolut skrupellos und rücksichtslos“ habe sich der Angeklagte neun Tage später an einer anderen Frau vergangen. Die 49-Jährige war stark angeheitert nachts mit ihrem Freund nach einem Kneipenbesuch in der Taxe des Angeklagten heimgefahren, als auffiel, dass ihr Partner seine Geldbörse vermisste.

Auf der Suche danach fuhr die Frau allein mit dem Angeklagten zurück zum Lokal, als der Fahrer die gesuchte Börse plötzlich hochhielt – und dafür auch noch „Bezahlung“ verlangte.

Abgelegenes Grundstück

Als die Frau sich weigerte, fuhr er mit ihr laut Urteil auf ein abgelegenes Grundstück, zwang sie zum Oralsex. Das führte zu seiner zusätzlichen Bestrafung als Vergewaltiger. Seinen Taxischein hatte er nach den Übergriffen verloren.

Jetzt soll er zeitweise auch seine Freiheit verlieren, so das Amtsgericht. Dagegen kann er allerdings noch Berufung einlegen.