Vergewaltigung? Prozess beginnt Jahre später

Die modellhafte Nachbildung der Justitia
Die modellhafte Nachbildung der Justitia
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Fast sechs Jahre nach einer angeblichen Vergewaltigung hat gestern der Prozess beim Amtsgericht begonnen.

Düsseldorf..  Fast sechs Jahre nach einer angeblichen Vergewaltigung hat gestern der Prozess beim Amtsgericht begonnen. Ein 45 Jahre alter Autoverkäufer wehrt sich gegen den Verdacht, im September 2009 seine damalige Partnerin durch Schläge und Drohungen gefügig gemacht, sich dann an ihr vergangen zu haben. In einer Erklärung seiner Anwältin hieß es, der Vorwurf sei als Rache-Akt zu werten. Die Frau habe erst Anzeige erstattet, als der Angeklagte darauf drängte, den gemeinsamen siebenjährigen Sohn besuchen zu dürfen. Ein Urteil steht noch aus.

Kronzeugin wieder schwanger

Die Kronzeugin hatte vor wenigen Tagen erfahren, dass sie wieder schwanger ist, was von den Ärzten als „Risikoschwangerschaft“ eingestuft werde. Sie solle vorerst „jegliche Aufregung vermeiden“, könne daher zum Prozess nicht kommen, so ihr Anwalt. Erst in zwei Wochen könne die Frau wohl aussagen. Der Angeklagte und seine Verteidigerin haltern den Vorwurf ohnehin für falsch.

Bis zum Jahr 2012 seien der Autoverkäufer und die Frau rund fünf Jahre lang ein Paar gewesen, die Beziehung war angeblich „problematisch“ mit häufigen Trennungen und Streitereien. Doch als der Angeklagte nach der endgültigen Trennung dann im März 2014 auf ein Umgangsrecht mit dem gemeinsamen Sohn pochte, dazu das Jugendamt einschaltete, habe die Mutter ihn plötzlich wegen einer angeblichen Vergewaltigung aus dem Jahr 2009 angezeigt. Demnach soll der 45-Jährige sie damals geschlagen, gewürgt, mit dem Tod bedroht und vergewaltigt haben. Danach habe er die Frau im Schlafzimmer hilflos zurückgelassen und sie dort sogar noch eingeschlossen. „Alles, was da genannt wird, ist nicht richtig“, ließ der Verdächtige durch seine Anwältin vortragen. Mit Rücksicht auf die aktuelle Schwangerschaft der Frau will das Gericht den Prozess in zwei Wochen fortsetzen.