Sportförderung
Vergabe von Steuergeldern für Profi-Sport in der Kritik
09.12.2009 | 22:00 Uhr 2009-12-09T22:00:00+0100
Düsseldorf. Die Düsseldorfer Sport-Agentur steht unter Beobachtung: Politiker und Experten wollen die Vergabe von Millionen Euro Steuergeldern - zum Beispiel Profi-Basketballer von Düsseldorf Giants - überprüfen. Auch Agentur-Geschäftsführerin Christina Begale steht in der Kritik.
Die Förderpolitik der Düsseldorfer Sport-Agentur soll 2010 auf den Prüfstand kommen. Mehrere Fachleute und Politiker haben Bauchschmerzen mit dem System der freihändigen Vergabe von Millionen Euro Steuergeldern,wie die NRZ berichtete. Dabei macht sich Kritik sowohl an wiederholten hohen Zahlungen an die Profi-Basketballer der „Giants” wie auch an der Agentur-Geschäftsführerin Christina Begale breit.
„Wenn die Politik bezahlt, muss sie auch die Vorgaben machen, transparenter als jetzt und nachvollziehbar. Wir sind verantwortlich”, sagt FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus. Er hat nach eigenen Angaben dafür gesorgt, dass die Wahl eines neuen Aufsichtsrates der Sport-Agentur von der Tagesordnung genommen wird und die künftige Konstruktion neu durchdacht wird. Neuenhaus: „Alles wird in Frage gestellt. Nichts ist entschieden.” Und das werde es auch nicht vor Februar. Eine „Halbprivatisierung” werde es mit der FDP nicht geben.
Die Großen wollen immer mehr Geld
In der Stadt hält sich beharrlich eine Debatte, ob Düsseldorf zu viel Profisport unterstütze. Giants und Altstadt-Skiläufer sind ja eher Teil von Düsseldorfs überbordender Event-Kultur, als dass sie in irgendwelchen sportlichen oder gesellschaftlichen Strukturen verankert wären. Bezeichnenderweise wird dieser Profisport als Stadtmarketing geführt, im städtischen Haushalt stehen die Gelder für die Sport-Agentur unter „Wirtschaftsförderung”. Der Sport ist froh darüber.
Gleichzeitig klafft hier die Lücke: Die große Gießkanne, mit der Begale und ihr Aufsichtsrat soeben fünf- und sechsstellige Summen verteilt haben, kennt keine Leitlinien und keinen Verbund zum sonstigen Sport in Düsseldorf. Zudem wird Christina Begale keine fachliche Kompetenz zugesprochen - der nächste Krach ist absehbar.
Wie viel Steuergelder verdienen Profi-Sportler?
Nicht von ungefähr wurden Stimmen nach einem stärkeren Controlling bei der Sport-Agentur laut. Außerdem steht die Frage im Raum: Wie viele Profi-Vereine verträgt eine Stadt? Wie viele Steuergelder darf man in Profisportler stecken, die im Zweifelsfall nur dem Geld hinterherziehen, wohin auch immer?
Düsseldorfs „Big Five” - Fortuna, DEG, Borussia, Giants und HSG - ist bereits im laufenden Jahr mit zusammen 2,7 Millionen Euro auf unterschiedliche Weise unter die Arme gegriffen worden. Alle sind klamm. Nun fürchten Ratsmitglieder, dass die Giants, denen Begale weitere 480 000 Euro zugedacht hat, wieder auf Betteltour gehen, wenn sie die Playoffs nicht schaffen ...
„Wir sagen Ja zum Helfen, aber das darf kein Dauerthema werden”, sagt CDU-Sportpolitiker Stefan Wiedon. „Vom Profisport muss man erwarten, dass es auf Sicht auch finanziell hinhaut.”
Vorteil für Fortuna vor Giants
Wiedon sieht, wie Neuenhaus, die Verantwortung in der Politik. Wenn das Geld knapp wird, müsse man sich Positionen so überlegen, dass man „mittelfristig führen kann”. Hundertjährige Vereine wie Fortuna haben dabei gewiss Standortvorteile. Die Giants sind erst zwei Jahre in der Stadt. Wie lange noch?
11:07
Die Giants sind sportliche Heuschrecken, die nur dem Geld nachreisen. Es kann nicht sein das weiterhin städtische Gelder in dieser ernormen Höhe für eine Retortenmannschaft rausgehauen wird. Die Giants haben Ihre Wurzeln in Leverkusen und haben hier wissentlich mit Hilfe von Ex - OB Erwin und Begale die Magics vertrieben, die Ihre Wurzeln beim ART hatten. Das alleine war scheon eine riesen Sauserei und jetzt leben die Herren Profisportler fast ausnahmslos von städtischem Geld. Das kann und darf es in Zukunft nicht mehr geben. Gebt das Geld lieber für sinnvolle Sachen und den Breitensport, Jugendarbeit, etc. aus!
17:07
@ 6, Recht haben Sie!
Auch ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass die imensen Kosten der Polizeieinsätze vom Steuerzahler zu tragen ist.Vereine, die millionen Euro für einen Spieler bezahlen können, diese Vereine haben auch die Kosten für die Polizeieinsätze bis hin zu Hubschraubereinsätzen zu zahlen die wegen des Einsatzes bei deren Spielterminen anfallen.
Aber eines wissen die Politiker:
Mit Spiele kann man das dumme Volk schön still halten.
So wie im alten Rom: Brot und Spiele.
Und so wie damals, so auch heute, die Politiker lassen sich das seeehr viel Geld kosten. Ist ja auch nicht deren Geld. Es ist ja nur Geld des Volkes.
16:48
Der Profibereich darf nicht mehr unterstützt werden. Dieser Bereich muss auch für die aufwendigen Polizeieinsätze mitbezahlen. Die Kosten sind den Bürgern nicht mehr zuzumuten.
16:01
Die Profis bekommen Steuergelder, haben Einnahmen durch Werbeverträge.
Kleine Vereine erhalten aber auch rein gar nichts
Das Fussballvereine besondes gefördert werden ist ja nichts neues. Das merkt auch bei den Medien. Es soll aber auch noch Menschen geben, die sich für andere Sportarten interessieren. Aber diese Sportarten werden nur nebenbei erwähnt.
Aber so ist das eben mit der Korruption in Deutschland.
15:00
Vereine im Ruhrgebiet, die Jugend- und Sozialarbeit für die Gesellschaft leiste, leben oftmals von der Hand im Mund und werden demnächst bei der absehbaren bilanziellen Überschuldung der entsprechenden Gemeinden die Kinder und Jugendlichen wieder auf die Straße schicken müssen, wenn die betroffenen Städte ihre freiwilligen Ausgaben, zu denen auch die Bereitstellung und Unterhaltung von Sportanlagen gehört, auf Druck der Kommunalaufsichten streichen müssen.
14:55
Auch in Gelsenkirchen werden Steuergelder für einen bestimmten Fußballverein verschleudert.
12:09
Auch in Essen werden Steuergelder für einen bestimmten Fußballverein verschleudert.
11:46
Sportliche, Kreative und Kulturelle Förderung von Kindern und Jugendlichen - jederzeit.
Aber kein Euronengrab mehr für Profi Sportler und Künstlern.