Verbot für Kinderwagen
05.01.2009 | 06:02 Uhr 2009-01-05T06:02:00+0100Düsseldorf. Darauf war die Rheinbahn nicht vorbereitet: Auf allen Rolltreppen in den elf U-Bahn-Stationen droht ein Benutzungsverbot für Kunden mit Kinderwagen.
„Unsere Experten befürchten jetzt, dass sie um ein Verbot nicht herumkommen werden”, erklärte gestern Abend Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander.
Die U-Bahnhöfe Nord- und Klever Straße wären dann für Eltern mit Kinderwagen ganz tabu. Dort gibt es keine Aufzüge.
Hintergrund ist eine Sicherheitsrichtlinie der Europäischen Union, die zum Jahreswechsel in Kraft getreten ist. Weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Unfällen gekommen war, dürfen keine Kinderwagen mehr auf Rolltreppen benutzt werden, die ab 2010 in Betrieb genommen werden.
Doch dieses Verbot muss wahrscheinlich auch für die bestehenden Rolltreppen verhängt werden, befürchtet man im Düsseldorfer Verkehrsunternehmen. Die Rheinbahn geht davon aus, dass sie sonst bei einem Unfall auf einer ihrer 80 Fahrtreppen in Regress genommen werden kann und Schadenersatz zahlen muss. „Das jedenfalls sagen unsere Fachleute”, so Lander.
Entschieden ist noch nichts. Der Vorstand wird sich so schnell wie möglich nach einer Lösung suchen. Sollte er sich für ein Verbot von Kinderwagen auf allen Rolltreppen aussprechen, dann wird künftig ein Teil der Kunden vom öffentlichen Nahverkehr ausgeschlossen - und damit wäre ein Riesenärger vorprogrammiert.
Denn in zwei U-Bahnhöfen in der Innenstadt gibt es keine Ausweichmöglichkeiten. Die U-Bahnhöfe Klever- und Nordstraße verfügen noch nicht über eigene Aufzüge. Die Vorbereitungen für den Aufzug zur Klever Straße haben sich verzögert, weil man sich noch nicht über den genauen Standort einig ist.
Immerhin hat die Straßenbahn-Haltestelle an der Tonhalle einen Fahrstuhl.
0mitdiskutieren