Vaters Sammlung brachte Sohn vors Gericht
16.01.2008 | 21:01 Uhr 2008-01-16T21:01:44+0100PROZESS. Polizei fand fast 30 Waffen, 42-Jähriger ohne Waffenschein sollte verantwortlich sein. Doch er wurde freigesprochen.
UNTERRATH. Die Polizisten staunten, als sie das Haus in Unterrath durchsuchten: In fast jeder Ecke fanden sie Gewehre und Pistolen. Gestern stand der Sohn (42) der Hausbesitzerin wegen unerlaubten Waffenbesitzes vor dem Amtsgericht. Doch die Sache löste sich in Luft auf: Ihm konnte nicht bewiesen werden, dass er etwas mit den Funden zu tun hatte, er wurde freigesprochen.
Hinter der Geschichte steckt wohl ein Familienstreit, der im Prozess nur angedeutet wurde. Die Polizei war im Februrar 2005 wegen einer angeblichen handgreiflichen Auseinandersetzung in das Haus gerufen worden. Dort hörte sie von dem Waffenarsenal, holte den Kampfmittelräumdienst. Der fand fast dreißig Waffen: Pistolen, Revolver, Luftgewehre, Repetierbüchsen und Munition - in zwei Tresoren im Keller und in der Garage und einem Wohnzimmerschrank. Ein Gewehr lag unterm Bett des Angeklagten. Er sollte für die Waffen verantwortlich sein, ohne einen Waffenschein zu besitzen.
Nichts gewusst vom Gewehr unterm Bett
Der Computerhändler bestritt das. "Mein Vater war Waffensammler", erklärte er. Nach dessen Tod habe die Mutter die Sammlung geerbt. Er habe sich nie dafür interessiert. Er habe auch nicht wie behauptet die Schlüssel zu den Tresoren gehabt, auch nichts von dem Gewehr unterm Bett gewusst.
Das glaubte der Richter erst nicht. Doch der 42-Jährige sagte, er sei vier Jahre zuvor zu seiner Mutter gezogen, habe in einem Bett in einer engen Nische unterm Dach geschlafen, davor ein Tisch. "Im Leben habe ich noch nicht unters Bett geguckt", beteuerte er. Sein jüngerer Bruder habe sich für Waffen interessiert, einen Waffenschein. Das Verhältnis zu ihm scheint nicht gut zu sein.
Der Bruder (40) und die Mutter (77) beriefen sich auf ihr Schweigerecht. Aber ein älterer Bruder (59) sagte aus. Er hat keinen Kontakt mehr zur Familie: "Seit dem Tod meines Vaters haben sich die Verhältnisse in dem Haus sehr verändert." Besonders der jüngste Bruder sei eine Art schwarzes Schaf. Der Angeklagte sah sich durch das Urteil betätigt: "Ich bin kein Rambo", sagte er.
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