Vater tötete Familienhund im Trennungsstreit

Winnie war ein Wolfsspitz wie der Hund im Foto. Ein Familienvater hat ihn getötet. Das sah das Gericht als erwiesen an.
Winnie war ein Wolfsspitz wie der Hund im Foto. Ein Familienvater hat ihn getötet. Das sah das Gericht als erwiesen an.
Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool

Düsseldorf.. „Winnie“ ist ein Trennungsopfer, im traurigsten Sinn des Wortes: Der Wolfsspitz-Mischling ist tot, getötet von seinem Herrchen. Das Landgericht verurteilte den arbeitslosen Fliesenleger (52) gestern wegen „Tötung eines Wirbeltiers ohne vernünftigen Grund“ zu einer Geldstrafe.

Der achtjährige Rüde war in der Familie groß geworden, „unheimlich lieb“, so sein Frauchen (45). Er habe besonders an ihrem Mann gehangen. Doch als es in der Ehe kriselte, sollte Winnie ins Tierheim. Der Ehemann übernahm das, verweigerte nur der Tochter (16), ihn zu begleiten.

Zwei Monate später eskalierte der Streit zwischen den Ehepartnern, er bedrohte sie, sie rief die Polizei. Und die fand in der Garage, in eine Plastikfolie gewickelt, einen halb verwesten Kadaver: Winnie. Frau und Tochter waren entsetzt.

Nachdem das Amtsgericht den 52-Jährigen 2011 zu einer Geldstrafe verurteilt hatte, ging er in Berufung: Er habe den Hund nicht getötet, sagte er gestern, forderte einen Freispruch. Er sei mit einem Elektrorad zum Tierheim gefahren, habe den Hund nebenher laufen lassen, die Leine an den Lenker gebunden. „Auf einmal ist er hingefallen. Ich hätte mich fast selbst hingelegt.“ So soll Winnie gestorben sein. Dass er den Hund versteckte, „das war Blödsinn“, gab er zu.

Der Angeklagte schlägt mit der Faust auf den Tisch

Die Staatsanwältin hielt ihm vor: Er habe doch durch einen Unfall gebrochene Handgelenke gehabt, wie er damit Elektrofahrrad gefahren sei? Zudem erzähle er immer Neues: Als die Tochter erfuhr, dass Winnie nie im Tierheim war, hatte er gesagt, er habe den Hund einem Bekannten gegeben. Der Polizei hatte er erklärt, er habe den toten Hund gefunden. Und jetzt komme er mit dem Fahrrad. „Wer soll Ihnen noch irgendetwas glauben?“

Der Angeklagte beharrte: „Es ist aber so passiert.“ Als seine Ehefrau aussagte, kam es zu Wortgefechten: Wer die Miete bezahlt hat, wieso sie eine neue Wohnung hat. „Du hast mir nie Geld gegeben!“, warf er ihr vor, schlug mit der Faust auf den Tisch.

Die Staatsanwältin vermutete: „Ich nehme an, dass die Tötung des Hundes ein Racheakt an der Familie war. Weil er verlassen wurde.“ Das Gericht war ebenfalls überzeugt, dass er Winnie tötete. Sein Verhalten sei sonst „schlichtweg nicht nachvollziehbar.“ Unter Einbeziehung der Bedrohung gegen seine Frau und zweier Betrugstaten verhängte es 3060 Euro Geldstrafe.