Väter-Film: Streit um Kinderfoto geht weiter
08.07.2009 | 17:30 Uhr 2009-07-08T17:30:00+0200Regisseur geht gegen Einstweilige Verfügung vor
Verletzt die Veröffentlichung eines acht Jahre alten Fotos die Persönlichkeitsrechte eines heute elfjährigen Mädchens? Das Landgericht muss darüber entscheiden, ob Regisseur Douglas Wolfsperger in seinem Film „Der entsorgte Vater” ein Foto von sich und seiner damals dreijährigen Tochter verwenden durfte. Gestern gab es eine erneute Verhandlung.
Es geht um die schmerzhaften Streite getrennter Eltern um ihre Kinder. Wolfsperger (51) verarbeitet in dem Dokumentarfilm seine Situation: Er darf nach einer Gerichts-Entscheidung seine Tochter (11) nicht mehr sehen. Seiner Meinung nach hat seine Ex-Freundin jahrelang die Kontakte behindert, das Mädchen gegen ihn beeinflusst. Im Film stellt er weitere Väter vor, die unter der erzwungenen Trennung von ihren Kindern leiden.
In einer Szene betrachtet Wolfsperger auf seinem Laptop ein altes Foto von sich und seiner Tochter. Glücklich lachen beide in die Kamera. Das Bild füllt die Leinwand. „Ich wollte die Harmonie zeigen, die es zwischen uns gab”, so der Regisseur.
Die Mutter des Kindes hat nach dem Kinostart am 11. Juni für ihre Tochter eine Einstweilige Verfügung erwirkt, dass das Bild nicht gezeigt werden darf. Wolfsperger hat Einspruch eingelegt, jetzt muss das Gericht erneut entscheiden.
Es geht vor allem darum, ob das Mädchen erkennbar und so in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt ist und wie das gegen die Kunstfreiheit abzuwägen ist. Die Anwälte des Regisseurs argumentieren, sie habe sich seitdem so verändert, dass keiner sie erkenne. Die Szene sei dramaturgisch wichtig. Der Anwalt des Mädchens betont, sie sei erkennbar, besonders für Menschen, die sie als Dreijährige kannten. Das Gericht verkündet am 15. Juli seine Entscheidung.
In Düsseldorf zeigt das Bambi den Film, zum Start am 1. Juli diskutierte Douglas Wolfsperger mit den Besuchern. Kinobetreiber Udo Heimansberg hat nach Erlass der Einstweiligen Verfügung wie seine Kollegen eine Unterlassungserklärung unterschrieben. Der Film läuft jetzt (Samstag und Sonntag, 15.15 Uhr) ohne die Szene mit dem Foto. Andere Kinos haben die Vorführungen gestoppt.