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Unterfeldhauser protestieren im Rat

20.06.2007 | 09:05 Uhr

EINZELHANDEL. Die Penny-Neuansiedlung findet wenig Freunde im Viertel. Die Verwaltung will damit den Standort Neuenhausplatz stärken.

ERKRATH. Üblicherweise dauert die Einwohnerfragestunde im Stadtrat nicht lang. Anders in der jünsten Sitzung: Unter anderem Bürger aus Unterfeldhaus nutzten die Gelegenheit, um ihren Protest gegen die Ansiedlung eines Penny-Marktes Am Gatherfeld anzubringen - vergebens. Im Anschluss segnete der Rat den Aufstellungsbeschluss für den dazu notwendigen Bebauungsplan ab.

Eine Versammlung in Unterfeldhaus im Rahmen der Lokalen Agenda habe deutlich die Ablehnung der Unterfeldhauser gezeigt, so Andreas Kuchenbecker, diesmal Zuschauer, sonst sachkundiger Bürger im Ausschuss. Bürgermeister Arno Werner widersprach: Seinerzeit hätten die Bürger gegen den Discounter gesprochen, weil sie Sorge um die Existenz des Rewe-Marktes hatten. Dieses Problem sei umgangen, weil der Penny-Markt zum Rewe-Konzern gehöre, so der Bürgermeister.

Andere Unterfeldhauser kritisierten mangelnde Informationspolitik der Verwaltung. Die Bürgeranhörung sei eine Farce gewesen, weil kaum jemand davon erfahren habe. Werner verwies auf einen Informationskasten der Stadt im Rewe-Markt, der ständig aktualisiert werde. Die Forderung aus dem Publikum, die Entscheidung zu vertagen und zunächst eine weitere Bürgerversammlung abzuwarten, lehnte er ab.

Es gehe nicht um die Existenz des Rewe Marktes, so ein Zuschauer. Es gehe um die Lebensqualität am Neuenhausplatz: Die werde durch mehr Verkehr, mehr Abgase, Lärm und die Geräusche der Kühlanlage gemindert.

Werner und die Verwaltung blieben bei ihrer Position: Ihr Ziel sei es, den Neuenhausplatz als Standort zu stärken. Die Kaufkraft soll im Viertel bleiben, nicht abwandern. Sonst könnte der ohnehin architektonisch problematische Neuenhausplatz über kurz oder lang veröden, argumentieren sie. Mit dem Aufstellungsbeschluss seien aber noch keine Tatsachen geschaffen, so Werner, das Bebauungsplanverfahren beginne erst. Selbst der beschlossene Grundstücksverkauf werde erst dann relevant, wenn der Plan stehe. In zwei bis drei Jahren etwa. (sz)

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