Unter Druck gesetzt in 2015

Dass sich im neuen Jahr unbedingt etwas ändern muss, darüber sind sich alle einig. Was sich bei jedem Einzelnen hingegen ändern soll, da gehen die Wünsche massiv auseinander.

Während die Partnerin 2015 unbedingt mehr Sport treiben möchte, zählt Vater schon die Stunden bis Silvester und raucht Kette, denn im neuen Jahr soll endlich Schluss sein mit dem dampfenden Laster. Mutter blättert schon seit Tagen unruhig in Ernährungsratgebern, die Hilfe beim leichten und garantiert erfolgreichen, aber unbedingt wohlschmeckenden Abnehmen versprechen. Und mein Nachbar kauft hektisch im nahegelegenen Supermarkt Berge preisreduzierter Weihnachtsschokolade – bei ihm heißt es ab 1. Januar 2015 auf jegliche Art von Süßigkeiten zu verzichten.

Überhaupt scheint der Verzicht ein wichtiger Bestandteil „guter Vorsätze“ für das neue Jahr zu sein. Dabei verkennt mein Umfeld, dass Verzicht nicht gleichzeitig und zwangsläufig auch Zugewinn bedeuten muss.

Zudem missachten sie, dass sie mich damit gehörig unter Druck setzen. Denn eigentlich habe ich mir nur ein Ziel für das neue Jahr gesetzt: Ich würde am liebsten genau so bleiben, wie ich bin. Ob mir das wohl gelingt?