„Unsere Türe steht immer offen“

Die Ehrenamtlichen Gerlinde Klemm und Hans Nußbaum geben Lebensmittel im Gemeindezentrum der Lukaskirche aus.
Die Ehrenamtlichen Gerlinde Klemm und Hans Nußbaum geben Lebensmittel im Gemeindezentrum der Lukaskirche aus.
Lebensmittelausgabe in der Lukaskirche in Lierenfeld. Die Menschen sind froh, dass sie seit nunmehr fünf Jahren mit frischem Gemüse, Brot und vielen anderen Lebensmitteln versorgt werden.

Lierenfeld..  Rund 150 Menschen stehen vor der Lukaskirche in Lierenfeld. Etwa eine Stunde wird es noch dauern bis die Lebensmittelausgabe ihre Pforten öffnet. Trotzdem ist die Stimmung prächtig. Es wird viel geredet und gelacht. Die Menschen sind froh, dass sie seit nunmehr fünf Jahren in der Lukaskirche mit frischem Gemüse, Brot und vielen anderen Lebensmitteln versorgt werden. Im Inneren des Gemeindezentrums herrscht zu diesem Zeitpunkt schon geschäftiges Treiben. 15 ehrenamtliche Helfer bauen auf und richten die Produkte her.

Erika Ludwig-Westerling kommt seit drei Jahren jeden Montag in die Lukaskirche um zu helfen. Als sie plötzlich arbeitslos wurde, schaute sie sich das Angebot in der Lukaskirche an und entschied sich mitzuhelfen. Mittlerweile ist sie in Rente und hilft auch weiterhin sehr gern. „Den Menschen hier jede Woche helfen zu können ist sehr erfüllend und macht unglaublichen Spaß“, berichtet die Rentnerin während sie einen Korb voll Kartoffeln auf den Tisch stellt.

Viele Arbeitslose in Lierenfeld

Die Menschen in Lierenfeld können die Hilfe sehr gut gebrauchen. Die Arbeitslosenquote ist mit mehr als 20 Prozent hoch und auch die Mieten steigen stetig.

Chaos gibt es trotz des großen Andrangs vor der Lukaskirche nie. Dafür sorgen Gundula Faulhaber, Leiterin der Lebensmittelausgabe und die Pfarrerin der Kirchengemeinde Inga Bödeker.

„Bei uns kommen immer nur 30 Menschen gleichzeitig rein, das vermeidet Gedrängel und Chaos“, schildert Inga Bödeker. Unterteilt sind die Wartenden in drei Gruppen: Familien, Menschen mit Gehbehinderung und Einzelpersonen. Nach der Lebensmittelausgabe werden Nummern für die nächste Woche verteilt um einen strukturierten Ablauf zu ermöglichen.

Ab 9 Uhr morgens sind die Ehrenamtlichen aktiv. Dann werden die ersten Produkte zur Lukaskirche gebracht. Heute gab es eine besonders große Ladung Schokolade, was vor allem die Kinder vor der Kirche freuen wird.

„Die Leute haben einen guten Grund warum sie hier sind“, schildert die Pfarrerin. Gerade in Notsituationen seien die Menschen auf die Lebensmittelausgabe angewiesen. „Wir sind in der Lage akute Notstände mit unseren Lebensmitteln zu überbrücken“, erklärt Gundula Faulhaber.

Auch die psychische Betreuung spielt eine zentrale Rolle. Eine Sozialarbeiterin der Diakonie ist vor Ort, es werden Gespräche geführt, gebetet oder auch einfach geplaudert. „Den Menschen die zu uns kommen wird zugehört, man interessiert sich für sie. Das ist sehr wichtig“, erklärt Inga Bödeker.

Jeden Montag ab 14 Uhr geöffnet

Auch wenn die vielen ehrenamtlichen in der Lukaskirche nach fünf Jahren Lebensmittelausgabe an ihrer Aufgabe hängen, wünschen sie sich aber vor allem eins für die Zukunft: Dass die Tafeln irgendwann nicht mehr notwendig sind und sich die Menschen selbst mit ausreichend Lebensmitteln versorgen können.

Bis dahin aber, wird Gundula Faulhaber mit ihren vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern auch weiter jeden Montag um 14 Uhr die Kirche für die Bedürftigen öffnen.