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Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan

22.01.2013 | 07:19 Uhr
Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
In der Plagiatsaffäre um Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) fällt heute eine Vorentscheidung.Foto: Martin Schutt/dpa

Düsseldorf.   Die Universität Düsseldorf trifft heute eine Vorentscheidung in der Plagiatsaffäre um Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Der Fakultätsrat will entscheiden, ob ein förmliches Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels Schavans eingeleitet wird.

In der Plagiatsaffäre um Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) trifft die Universität Düsseldorf am Dienstag eine wichtige Vorentscheidung. Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät berät ab dem Nachmittag darüber, ob ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels eröffnet wird. Dies hatte die Promotionskommission nach Prüfung der aus dem Jahr 1980 stammenden Dissertation Schavans einstimmig empfohlen. Schavan will auch im Fall eines Aberkennungsverfahrens wieder für den Bundestag kandidieren.

Begleitet wird die Diskussion von einem Streit unter Wissenschafts- und Hochschulorganisationen über die Korrektheit des monatelangen Prüfverfahrens der Heinrich-Heine-Universität. Auch die Tragweite der angeblichen Zitierfehle r Schavans in der vor mehr als 30 Jahren eingereichten Arbeit ist unter Wissenschaftlern umstritten. Die Plagiatsvorwürfe waren Ende April 2012 anonym auf einer Internetplattform erhoben worden.

Rückendeckung von CDU-General Gröhe

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe gibt seiner Parteifreundin Schavan in der Plagiatsaffäre Rückendeckung. „Ich habe volles Vertrauen in Annette Schavan und ihre klare Aussage, dass die gegen sie erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen“, sagte Gröhe der „Welt“. Gröhe ermahnte die Hochschule nachdrücklich, die Vorwürfe fair zu prüfen.

„Die Universität Düsseldorf ist jetzt aufgefordert, endlich einen fairen Umgang mit diesen Vorwürfen sicherzustellen“, sagte Gröhe. Dabei müssten die von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen zurecht angemahnten Kriterien uneingeschränkt angewendet werden. Eine Allianz aus Wissenschaftsorganisationen hatte dem Bericht zufolge unter anderem die Prüfung der Arbeit durch einen zweiten Gutachter aus der Erziehungswissenschaft gefordert.

Schavan hatte die gegen sie erhobenen Täuschungsvorwürfe in der Vergangenheit zurückgewiesen. Selbst wenn der zuständige Fakultätsrat der Universität für die Eröffnung eines Verfahrens stimmen sollte, bedeutet das für die Ministerin nicht automatisch den Verlust ihres Titels. Möglich ist auch, dass die Prüfer die genannten Gründe für nicht hinreichend erachten. (dpa/afp)



Kommentare
22.01.2013
15:39
Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
von dooplex | #14

Mutti Merkel hat sicherlich im Hintergrund schon wieder getrickst.

22.01.2013
11:16
Zusammen gefaltet...
von wohlzufrieden | #13

Mutti hat bestimmt der Uni einen Gefallen getan, und das "Ergebnis" schon säuberlich auf Papier gebracht, und der Uni von ihrer Zweigstelle im Düsseldorfer Landtag übergeben lassen...

22.01.2013
11:14
Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
von ottow | #12

Es ist abgeschmackt, wie einige Kommentatoren hier über eine Person die Lanze brechen, ohne je die Doktorarbeit, um die es geht, gelesen zu haben. Im Raum steht bisher, soweit die Berichte über die Fakten tatsächlich stimmen sollten, dass Frau Schavan sekundär zitiert hat - also fremdes geistiges Eigentum durchaus kenntlich gemacht, wohl aber eine eher unelegante Methode gewählt hat. Eine solche ist ganz bestimmt bei historischen Arbeiten inakzeptabel, bei einer erziehungswissenschaftlichen Arbeit wie bei der von Frau Schavan ist das sicherlich aber kein Kapitalfehler. Jeder hat eine faire Begutachtung verdient. Daher, liebe Kommentorinnen: Richten Sie nicht, ohne die Fakten genau zu kennen. Denn so etwas nennt man Willkür, nicht Gerechtigkeit.

2 Antworten
"sekundär zitiert"
von Ani-Metaber | #12-1

Im Deutschlandradio Kultur hörte ich heute, es gäbe dort mindestens eine ganze Seite, deren Herkunft - obwohl komplett übernommen - überhaupt nicht angegeben sei.

man wird noch zu hören und zu lesen bekommen, was es mit alledem auf sich hat, aber haben Sie die Arbeit oder die Vorwürfe die darüber erhoben werden wirklich gelesen?

Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
von rafl | #12-2

Im Prinzip richtig! Aber es hat ein Gremium sich damit befasst und meines Wissens eine einstimmige Entscheidung getroffen. Da ich ohnehin davon ausgehe, dass solche Gremien in der Uni eher politische konservativ besetzt sind, sehe ich keinen Anlass anzunehmen die Arbeit als korrekte wissenschaftliche Disertation zu bezeichnen. In diesem Falle ist es an Frau Schavan nachzuweisen, dass sie zudem keinen Betrug begehen wollte.

22.01.2013
11:14
Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
von schloppke | #11

cui.bono | #9:
Und die, die nicht studieren konnten haben grundsätzlich keine Ahnung, können auch nicht mitreden, weil sie sich nicht mal einen groben Überblick über die simpelsten Regeln machen können, und dürfen sich kein Urteil erlauben, sondern sollten maximal die Klappe halten - oder wie darf man Ihre überhebliche Einlassung verstehen?

Also, ich fasse das schon.

22.01.2013
10:54
Ändert zwar an den Tatsachen der in Berlin gemachten Politik nichts,
von Ani-Metaber | #10

doch auch wer früher nur 8 Jahre Volksschule besuchen konnte, wird ein Bild davon haben, was Schummeln und Abschreiben ist.
Ob das vorliegt weiß man nicht so recht, werden die Gremien entscheiden.

Und wenn jemand vergessen hat, anzugeben, abgeschrieben zu haben, kann man ja an Überlastung denken, auch darüber wird jetzt befunden werden, nicht aber darüber ob da Angaben fehlen, denn dies scheint bereits erwiesen.

Aber dann könnte leider die Arbeit aufgrund fachlicher Mängel ungültig sein, für die man einen Doktortitel bekam.
Das wäre eine Frage der Gewichtung der Mängel, die wie gesagt, bereits bekannt sind

Um mehr geht es erst mal nicht.

22.01.2013
10:31
Ist docjh immer wieder interessant!
von cui.bono | #9

Die Universität wird erst heute ihre Entscheidung fällen, aber die Mherzahl der Kommentatoren hat Frau Schavan längst verurteilt.

Die meisten Kommentaoren, die hier ein Urteil vorab gefällt haben, kennen keine Universität von innen, haben noch nie dien Diplomarbeit oder Doktorarbeit geschrieben, haben von Zitierregeln noch nie etwas gehört, können aber locker mitreden.

Ich fasse es nicht!

5 Antworten
Ja interessant ist es schon hier
von Wedaukicker | #9-1

Ja interessant ist schon wie man Partei für jemanden ergreifen kann, der entweder dreist mit Vorsatz betrogen hat oder aber entweder zu dämlich, zu faul oder zu schludrig war, seine Arbeit vernünftig zu machen. Zitierregeln, das ich nicht lache ! Wenn die geistigen Ergüsse nicht auf den eigenen Geist zurückgehen, gibt es nur eins: Weg mit dem Doktorhut. Die Arbeit hätte heute nie und nimmer bestanden.

Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
von Nixlos | #9-2

von cui.bono | #9
Sehr guter Kommentar. Vor KT wussten vermutlich viele der Berufsempörten gar nicht nicht was ne Dissertation ist, aber immer schön auf Anderen rumtrampeln. Und plötzlich sind Alle persönlich betrogen worden, au au.

aber von einem
von Ani-Metaber | #9-3

Doktortitel haben diese "Berufsempörten" doch wohl schon mal was gehört?

Oder etwa auch nicht?

Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
von Nixlos | #9-4

von Ani-Metaber | #9-3
Davon gehe ich aus. Allerdings reden die Meisten ja jeden Arzt mit Doktor an, ohne zu wissen ob er tatsächlich promoviert hat, daran erkennt man ja dass das Hintergrundwissen fehlt.

Jawohl
von Ani-Metaber | #9-5

Herr Doktor, so bin ich auch aufgewachsen.

22.01.2013
09:36
Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
von bloss-keine-Katsche | #8

Traurig, traurig.
wieder Mal hat die cdU eine Chance Moral ud Anstand zu eigen vertan. Ob Kohl, Schäuble, ..., Gutti, Wulff, ... alle kleben an dem Sessel, der ihnn leichtes Einkommen garantiert.
UNd Ahnung braucht an nicht zu haben, das Regierungsprogramm wird von Goldmann Sachs diktiert.
Da haben die Sozen, M.J. Eumann, andere Probleme, die müssen von sich sebst abschreiben, weils keine Besseren gibt!!! ;-)

22.01.2013
09:18
Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
von buntspecht2 | #7

Es wird alles so bleiben wie es ist Mutti hat schon dafür gesorgt sie lässt ihre Freundin nicht im Stich.

22.01.2013
09:17
Uni Düsseldorf entscheidet heute über Plagiatsverfahren gegen Schavan
von pwaldow | #6

Dieses Land hat wirklich Probleme!

22.01.2013
09:13
Nicht um Fehler geht es, sondern um Betrug
von rafl | #5

Welch Missverständnis: Frau Schavan habe Fehler begangen! Hier geht es doch nicht um Fehler, sondern um Betrug. Und jeder, der seine Doktorarbeit ehrlich verfasst hat, wird hier betrogen! Das ist kein Kavaliersdelikt und die Dame sollte fortan auch nicht mehr respektiert werden (Und selbst wenn man davon ausgeht, dass sie nicht dafür verantwortlich war, weil sie die Arbeit gar nicht selbst geschrieben hat). Und wenn die Unigremien die Aberkennung empfehlen, sollte man getrost davon ausgehen, dass dies zu Recht geschieht. Die Empfehlung zur Aberkennung die Unschuldsvermutung ist praktisch das Urteil, das nur noch formal bestätigt werden muss.

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