Umstrittenes Palmöl

Palmöl steckt in vielen Produkten. Um den Bedarf zu decken, wird in Südostasien massenhaft Regenwald gerodet. Brandrodung führt nicht nur zu gefährlichem Smog in den Ländern, Tiere verlieren ihren Lebensraum, Menschen werden wegen immer größer werdenden Plantagen aus ihren Dörfern vertrieben.

Palmöl wird in unzähligen Lebensmitteln verwendet. Schokolade, Margarine oder Fertigpizza sind nur einige. Auch in Biosprit, Wasch- und Putzmitteln steckt Palmöl. Der Rohstoff ist vielseitig einsetzbar und billig. Auf deutschen Verpackungen von Lebensmitteln müssen verwendete Öle in den Zutaten seit Dezember 2014 aufgeführt sein. So können Verbraucher nach Alternativen ohne Palmöl suchen. Bezeichnungen wie Pflanzenöl, Pflanzenfett oder pflanzliches Öl reichen nicht mehr aus. Ein Ersatz für Palmöl sind zum Beispiel Kokosfett oder Sojaöl. Doch auch diese sind umstritten – für Soja zum Beispiel wird Regenwald in Südamerika abgeholzt.

Es gibt zertifiziertes Palmöl, zu erkennen am RSPO-Siegel. Laut WWF garantiere es ein Mindestmaß an Nachhaltigkeit. Kritikern ist das nicht genug. Einige Unternehmen bemühen sich daher freiwillig um noch strengere Standards beim Einkauf, wie etwa faire Löhne für die Arbeiter und das Verbot von Kinderarbeit auf den Plantagen.

Ernährungsphysiologisch ist Palmöl weniger wertvoll. Es besteht zu 40 bis 47,5 Prozent aus der gesättigten Fettsäure Palmitinsäure, hinzu kommen 36 bis 44 Prozent Ölsäure (einfach ungesättigte Fettsäure). Dadurch ist Palmöl relativ fest und muss weniger gehärtet werden, somit entstehen weniger Trans-Fettsäuren als bei anderen Ölen. Bei der industriellen Raffination können allerdings besonders hohe Gehalte an wahrscheinlich krebserregendem Glycidol entstehen.

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