Umsteigen leicht gemacht

Warten auf die Bahn oder den Bus macht keinen Spaß. Es ist aber deutlich angenehmer, wenn man genau weiß, wie lange man noch warten muss. Noch zehn Minuten? Zeit für einen Kaffee zum Mitnehmen beim Bäcker gegenüber. Noch fünf Minuten? Zeit für eine Zigarette vor dem Einsteigen. Für diese Informationen sind die Anzeigetafeln der Rheinbahn da. Doch wer die Bahn dann auf dem Rückweg vom Bäcker davonfahren sieht, weil die Anzeigen mal wieder nicht richtig funktionieren, beginnt den Tafeln zu misstrauen.

Die Rheinbahn hat schon vor einiger Zeit alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Glaubwürdigkeit ihrer Anzeigen zu rehabilitieren: Das neue Betriebsleitsystem ITCS (Intermodal Transport Control System) soll im nächsten Jahr eingeführt werden. „Die technischen Umrüstungen sind bereits abgeschlossen, der Probebetrieb läuft“, sagt Rheinbahnsprecher Georg Schumacher.

Mit dem System werden alle Betriebsabläufe der Rheinbahn modernisiert, doch von den meisten Prozessen bekommen die Kunden kaum etwas mit. Trotzdem solle die Erneuerung hauptsächlich den Fahrgästen zugute kommen. „Insbesondere das Umsteigen wird ab 2016 komfortabler“, so der Rheinbahnsprecher. Geplant sind Anzeigen in den Fahrzeugen, die an jeder Haltestelle Bescheid geben, welche Anschlüsse sicher erreicht werden können und wie viel Zeit zum Umsteigen bleibt. Auch die Fahrer sollen mit den exakten Daten versorgt werden. „Die Leitstelle kann dann beispielsweise entscheiden, dass ein Bus eine Minute warten soll, weil er dann von umsteigenden Fahrgästen noch erreicht werden kann“, erklärt Schumacher.

So ein hochmodernes Computersystem samt PCs, neuem Zentralrechner, Funkmasten und so weiter kostet natürlich jede Menge Geld. Deshalb hat sich die Düsseldorfer Rheinbahn mit den Städten Mühlheim, Duisburg und Essen zusammengeschlossen, um das von der Karlsruher Firma Init AG entwickelte System umzusetzen. Kosten insgesamt: rund 37,5 Millionen Euro.

Zurzeit verwendet die Rheinbahn ein analoges Funksystem, das hat aber rund 30 Jahre auf dem Buckel. „Es wird Zeit für eine Erneuerung. Moderne, digitale Funksysteme sind weitaus präziser und zuverlässiger“, so Schumacher.

Automatische Berechnung

Funktionieren wird das Ganze so: Funksender in allen Fahrzeugen der Rheinbahn senden ihren aktuellen Standort an ein zentrales Computersystem. Dieser wird dann mit dem fahrplanmäßigen Standort verglichen. Das System berechnet automatisch, ob das Fahrzeug zu früh, zu spät oder pünktlich ist. Diese Informationen erscheinen dann sofort nicht nur auf den Monitoren in der Leitstelle, sondern auch auf den Anzeigetafeln und der Internetseite der Rheinbahn. So nutzen sie den Betriebsabläufen und den Kunden gleichermaßen.