Umrüstung der Gaslaternen in Düsseldorf zu teuer?
25.11.2010 | 17:56 Uhr 2010-11-25T17:56:00+0100
Düsseldorf.Im Streit um die Düsseldorfer Gaslaternen hat sich nun der Bund der Steuerzahler NRW eingeschaltet. Er will wissen, ob die Umrüstung von Gas auf Strom tatsächlich sinnvoll und finanziell vertretbar ist.
Das Rathaus Düsseldorf wurde um eine Stellungnahme zum Thema Gaslaternen gebeten. Es geht um den Bund der Steuerzahler, der wissen will, ob die Umrüstung von Gas auf Strom sinnvoll und finanziell vertretbar ist. „Hier soll sehr viel Geld ausgegeben werden. Und deshalb haben wir Fragen an die Stadt Düsseldorf“, erklärt Andrea Defeld, Sprecherin des Steuerzahler-Bundes auf Anfrage der NRZ.
Die Initiative „Pro Gaslicht“, die sich für den Erhalt aller 17.000 Gaslaternen und die Eintragung in die Unesco-Liste als Weltkulturerbe einsetzt , spricht von einer gigantischen Summe, die insgesamt für den Umbau nötig wäre: 140 Millionen Euro! „Wir haben Zahlen aus Frankfurt, wo der Austausch einer Laterne über 8000 Euro kostet“, betont Initiativen-Sprecher Georg Schumacher.
Nach sieben Jahren amortisiert
Der Bund der Steuerzahler hakt nach und möchte von der Stadt eine Kostenaufstellung. Erst dann könne bewertet werden, ob die Investitionen langfristig zu den erhofften Einsparungen führt. Das städtische Verkehrsmanagement schätzt, dass sich die Kosten für die Umrüstung von angeblich 4000 Euro pro Laterne nach sieben Jahren amortisieren. Die Initiative dagegen: „Das rechnet sich überhaupt nicht. Außerdem sind unsere Gaslaternen noch einem guten Zustand. Auch die Fundamente und Masten sind völlig in Ordnung“, so Schumacher.
Nach dem Masterplan „Energieeffiziente Straßenbeleuchtung“, den der Rat am 15. Dezember beschließen soll, werden bis 2015 über 1400 Gaslaternen abgeschaltet. Die Leuchten in den Gründerzeitvierteln sind davon erstmal ausgenommen. Langfristig müssten binnen zehn Jahren 10.000 Gaslampen ausgetauscht werden, heißt es. Man gehe davon aus, das die Technik in einigen Jahren so weit ausgereift sei, „um auch historische Leuchten gestaltvertraglich umzurüsten und mit energiesparender Technik zu erhalten.“
Gaslicht für Hauptstraßen zu dunkel
Ganz so weit - wie im Masterplan vorgegeben - wird die Politik nicht gehen. CDU und FDP bewegen sich auf eine gemeinsame Linie zu: Danach bleiben, so will es auch der OB, die 4300 „Alt-Düsseldorf“-Leuchten in den Gründerzeitvierteln erhalten. Ebenso die 200 Park-Laternen („Modell Frankfurt“), die nach Aussagen des städtischen Denkmalschutz-Chefs Jörg Heimeshoff „vermutlich in Europa nirgends sonst mehr anzutreffen“ sind. Die Liberalen wollen, dass die Wohnviertel vorerst nicht angetastet, sondern nur an Hauptstraßen die Gasleuchten demontiert werden. „Das halten wir aus Gründen der Sicherheit für nötig. Gaslicht ist für Hauptstraßen zu dunkel“, meint FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus. Vor einer Diskussion über einen großräumigen Denkmalschutz müsse erst in den Stadtteilen geklärt werden, ob und wo die Anwohner das Gaslicht weiter haben wollen. Umgekehrt gilt ebenso: Vor einer Umrüstung müssen die Anlieger informiert und die Bezirksvertretung beteiligt werden.
Einzigartig, herausragend
Die Initiative „Pro Gaslicht“ fordert, dass der Rat den Umrüstungsbeschluss vertagt, damit die Experten genug Zeit bekommen, den historischen Wert zu beurteilen. Jörg Heimeshoff hat seine Meinung bereits kundgetan: Er hält den Bestand „für schützenswert“. Zumindest in den historischen Stadtteilen sollte die Gasbeleuchtung bleiben, sagte der Denkmalschützer gestern im Kulturausschuss. Dass Düsseldorf insgesamt einen derart großen Bestand hat, hält er für ein „herausragendes Alleinstellungsmerkmal“. Diesen Aspekt wird der Bund der Steuerzahler bei seiner Einschätzung mit berücksichtigen „Düsseldorf hat etwas, das es sonst nicht gibt. Andere Städte investieren viel Geld, um etwas Einzigartiges zu bekommen“, so Andrea Defeld.
10:02
LED-GASLICHT in Leipzig:
http://www.videowerkstatt.net/videos/nachrichten/08-2011/letzte-led-leuchte-geht-in-betrieb-7958/
Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
André Braun
Braun Lighting Solutions
20:19
Es ist zu beobachten, daß richtig geklotzt wird: Beim Abriß der historischen Gaslaternen achtet man darauf, daß es richtig teuer wird:
Die historischen Original-Leuchtköpfe Typ Alt-Düsseldorf werden durch billig anmutetnde, dennoch sehr kostspielige Plastik-Attrappen mit LEDs ersetzt.
Das reicht aber noch nicht - man tauscht auch die massiven historischen Original-Masten durch teuere Nachbauten dieses Attrappen-Herstellers.
Ein Schelm, wer Böses denkt...
20:19
Neuer Vorschlag: Geldeinwurf an die Gaslaterne bauen. Wer es leuchten sehen will kann zahlen.
00:38
Stimmt, die Laternen aus den 1950ern sind ebenfalls erhaltenswert, das sollte ausdrücklich noch einmal so betonen.
Denkmalschutz ist in Düsseldorf leider kein Argument, siehe Tausendfüßler.
Immerhin: Beim Gaslicht deutet sich langsam ein denkbarer Kompromiss an, LEDs für die Hauptstraßen, Gaslaternen in den Wohnvierteln.
13:09
Schade, dass man vor allem auch den Wert der modernen Gaslaternen (Reihenleuchten aus den frühen1950er Jahren) verkennt. Als ich sie mal Freunden in Düsseldorf zeigte, bekam ich die erstaunte Antwort: Was denn, das sind Gaslaternen?
12:27
Ich stimme S.Koering zu man kann gar nicht mehr wählen gehen in Düsseldorf. Herr Neuenhaus und Herr Matteisen sind die einzigen, die noch halbwegs vernünftig sind. Die anderen allen voran die Grünen wollen ja alles ohne Sinn und Verstand abreissen um 0,irgenwas prozent co2 zu sparen auch gegen die Bürger wenn die das gar nicht wollen. Aber leider sind die beiden Herrn in der falschen Partei Hotelsteuer und Atom Lobbyisten nein danke deshalb wähle ich in Zukunft die partei der Nichtwähler.
10:23
Die Politiker haben doch von solch tollen Sachen keine Ahnung und mache doch ohnehin was sie wollen. Daher werde ich, falls es zur teuren Umrüstgung gegen die tollen denkmalgeschützten Lamepen kommt, nicht mehr in Düsseldorf wählen gehen.
08:59
Wie Herr Heimeshoff vom Denkmalschutz richtig sagt, diese Lichtkultur findet sich in Europa nicht mehr so in dieser Form wieder. Was weg ist, ist weg. Deshalb muss jetzt gehandelt werden und ein Schutz über diese Lichttechnik gestellt werden.
Gaslicht ist etwas besonderes und erhaltenswertes.
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