Uerige sucht neuen Partner für Kirmes-Zelt

Für die Rheinkirmes wäre es ein Verlust: Gibt es dieses Jahr dort kein Uerige-Zelt? Michael Quellhorst, der Chef des Szeneclubs „Chateau Rikx“ in Oberkassel, war letztes Jahr Partner der Hausbrauerei – und steigt jetzt aus. „Wir sind aber bereits in Verhandlungen mit möglichen anderen Partnern“, sagt Uerige-Baas Michael Schnitzler. Heute sitzt der Geschäftsführer mit einem Getränkefachgroßhändler zusammen, der einen potenziellen Partner mit bringt. Schnitzler: „Mein Ziel bleibt es, auf die Kirmes zu gehen.“

2010 stand die Hausbrauerei das letzte Mal mit einem eigenen Zelt auf der Rheinkirmes und führte die Präsenz in Eigenregie durch. Die neuen Sicherheitsvorschriften nach der Love-Parade-Katastrophe und Abstimmungsprobleme sorgten dafür, dass Schnitzler eine dreijährige Kirmespause einlegte.

Voriges Jahr gab es dann die Neuauflage, diesmal aber betrieb nicht Schnitzler das Zelt, sondern Quellhorst. Dass dieser nun die Reißleine gezogen hat, findet Schnitzlers volles Verständnis. „Wir haben einen mittleren fünfstelligen Verlust eingefahren, das Risiko einer Wiederholung roter Zahlen lässt sich nicht ausschließen.“ Der Kostenblock liege bei 150 000 Euro, 20 000 Euro schlügen allein für Security-Kräfte zu Buche. Das Geld will erst einmal verdient sein. „Früher hatte man auf der Kirmes über die Jahre ein Plus-Minus-Null-Geschäft“, sagt er. „Das ist heute nicht mehr so.“

Peter König vom Füchschen, der das größte Zelt auf den Rheinwiesen betreibt, bestätigt das. „Die Leute denken, wir fahren das Geld mit der Schubkarre vom Platz – schön wär’s.“ König beschäftigt pro Tag bis zu 160 Mann im Zelt, die Gesamtkosten liegen bei 900 000 Euro. Zwei Jahre habe er je 120 000 Euro minus gemacht, 2014 seien es „nur“ 11 000 Euro gewesen. „Ich mache das Ganze aus Leidenschaft und um das Sommerbrauchtum zu unterstützen“, sagt König, „ich verbuche das als Werbeausgabe.“

Die St. Sebastianer haben die Hausbrauereien gerne auf ihrer Kirmes. „Die Unterstützung ist 1a“, sagt Schnitzler, „Kirmes-Architekt Thomas König hilft bei der Planung und tut, was er kann.“ Dennoch: Für Schnitzler kommt nur noch ein Kooperationsmodell infrage. Der Kirmesauftritt im Alleingang binde zu viel Personal und Energie, er belaste den Betrieb des Stammhauses. Die Arbeit mit vielen Aushilfen sei problematisch. Als Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven den Uerige-Chef gestern auf das Thema ansprach, schlug Schnitzler ihm vor, die Jonges könnten doch mal ein Kirmeszelt aufbauen, das helfe bei der angestrebten Verjüngung. „Der Uerige unterstützt das dann gerne – es wäre das erste Zelt mit Doppel-Baas.“