TÜV prüft Bierfass-Aufzüge in der Düsseldorfer Altstadt

TÜV-Prüfer Rudolf Weiss vor dem Bierfass-Aufzug am „Goldenen Kessel“ in der Altstadt.
TÜV-Prüfer Rudolf Weiss vor dem Bierfass-Aufzug am „Goldenen Kessel“ in der Altstadt.
Foto: Andreas Bretz
Die Fässer müssen sicher in die Keller der Kneipen transportiert werden. Damit das gewährleistet ist, überprüft der TÜV alle zwei Jahre die Bier-Aufzüge,.

Die Session strebt ihrem Höhepunkt entgegen. Großkampftage sind das zwischen Altweiber und Veilchendienstag, besonders in der Altstadt. Zu keiner anderen Zeit wandern so viele dickbäuchige Fässer mit Hilfe spezieller Lastenaufzüge in die Keller der Brauhäuser. „Um die Sicherheit dieser Aufzüge kümmern wir uns, und das nicht nur zu Karneval“, sagt Rudolf Weiss. Der 49-Jährige arbeitet als Prüf-Ingenieur beim Technischen Überwachungsverein (TÜV). Vor dem „Goldenen Kessel“ an der Bolkerstraße steht er in der Nähe des Eingangs.

„Zur Seite bitte“, ruft er. Gleich neben seinen Füßen ruckelt es. Ein Rechteck, auf den ersten Blick kaum vom Rest der Gehsteig-Platten zu unterscheiden, löst sich und wird mit Hilfe von Hydraulikpumpen nach oben geschoben. Eine Minute dauert es, dann rollen Lieferanten die 50-, 75- und 100-Liter-Fässer in den besonderen Aufzug. Bis zu einer Tonne kann der heben. Auch Stehtische werden so transportiert. „Ich kontrolliere Hydraulikkolben, Öldruck, Metallseile und Ladesicherung“, sagt Weiss. Auch ein Bremstest bei voller Ladung gehört dazu. Klemmt’s irgendwo, sagt er das Rino Adamo (39), der als Techniker der Aufzugsfirma vor Ort ist. Am Ende bringt Weiss das TÜV-Siegel an. Es gilt zwei Jahre.

An einen schweren Unfall kann sich Weiss, der Dutzende Aufzüge im Monat kontrolliert, nicht erinnern. Aber etwa 20 Mal im Jahr verweigert er im Großraum Düsseldorf den Betrieb, weil nachgebessert werden muss. Vor jecken Scherzen warnt er: „Es mag toll aussehen, wenn plötzlich einer mit Gitarre in der Hand aus der Versenkung auftaucht. Aber es ist zu gefährlich.“