Trübe Wolken am Konjunktur-Himmel

Jedes Jahr aufs Neue fragt die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung ihre 1700 Mitglieder aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen, wie sie das kommende Jahr einschätzen. 550 haben in diesem Jahr geantwortet. Pressesprecher Christoph Sochart sagt dazu: „Das ist schon repräsentativ. In den vergangenen neun Jahren haben wir mit unserer Einschätzung auch immer eine hohe Trefferquote erzielt.“ „Auf der einen Seite lief die Wirtschaft rund“, sagt Herbert K. Meyer, Vorsitzender der Geschäftsleitung Region West der Siemens AG, für die Unternehmerschaft mit Blick auf das letzte Quartal 2014. Aber: „Erste Eintrübungen sind zu erkennen“, sagt Meyer und verweist auf Krieg, Krisen und Konjunkturflauten. Auch für die kommenden sechs Monate zeichne sich ein Abflauen des Konjunkturklimas ab.

Meyer nennt Zahlen: Ganze 46 Prozent der Befragten gaben an, dass die kommenden sechs Monate schlecht bleiben bzw. schlechter werden. 55 Prozent rechnen, dass das Geschäftsergebnis gleichbleibend gut oder sogar besser wird. „Im vergangenen Jahr waren das noch 72 Prozent“, so Meyer. Viele werden indes ihre Personalstärke halten können, aber auch hier gibt es weniger erfreuliche Zahlen: Im gewerblichen Bereich planen 20 Prozent, im angestellten Bereich 23 Prozent einen Abbau.

Gut sieht es im Bereich der Ausbildung aus. Das hohe Niveau, so Meyer, werde gehalten. „Der Handel konnte 2014 sieben Prozent mehr Ausbildungsplätze vergeben“, so Meyer. Der Standort Düsseldorf müsse noch attraktiver werden, besonders durch bezahlbaren Wohnraum. „Wir haben unsere Idee von Azubi-Wohnungen in die Task Force für Arbeit eingebracht. Die Stadt sucht nach geeigneten Standorten“, so Meyer. „Die Lage ist eingetrübt, aber es gibt keinen Grund zur Schwarzmalerei“, fasst er die Ergebnisse der Umfrage zusammen.

Das sieht Norbert Walther, Vorsitzender der Geschäftsführung der Komatsu Mining Germany GmbH, anders: „Bei uns sieht es nicht gut aus.“ Das in Benrath ansässige Baumaschinenunternehmen exportiert 95 Prozent seiner Produkte außerhalb Westeuropas an Rohstoffunternehmen. Seit 2013 die Rohstoffpreise erheblich.

Die Folge bekommt das Unternehmen zu spüren: Die Bergbauunternehmen stellen ihre Produktion teils ein, große Ladegeräte werden nicht benötigt.