Tristesse am Rochusmarkt

Pempelfort..  Das Angebot an frischem Gemüse und Obst oder prächtig blühenden Blumen wirkt auf dem Rochusmarkt in Pempelfort verlockend. Die Laune des Händlerpaares ist jedoch ebenso schlecht wie das Wetter – zumindest, wenn zahlende Kunden außer Hörweite sind und das Gespräch auf mögliche Maßnahmen der Aufwertung für den ansonsten nämlich ziemlich heruntergekommen wirkenden Marktplatz kommt. „Wir sind seit 35 Jahren vor Ort, immer wieder sollte hier etwas Neues entstehen. Doch außer, dass sie uns alles kaputt geschlagen haben, ist gar nichts passiert“, ärgert sich der Marktbetreiber, der seinen Namen „auf gar keinen Fall“ in der Zeitung lesen will. Sein einziger Nachbar auf dem Platz ist der Betreiber einer Imbissbude. Die ist kurz vor der Mittagszeit an diesem Tag noch immer geschlossen. „Der kommt, wenn er gerade Lust dazu hat“, erklärt eine Passantin. „Der Platz hat Potenzial, aber keiner nutzt es“, sagt sie und eilt schnellen Schrittes weiter.

Es ist nicht der erste Vorstoß, den die FDP in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung 1 unternommen hat, damit sich auf dem Rochusmarkt endlich etwas zum Besseren verändert. Die Verwaltung solle ein neues Marktkonzept für den zentral gelegenen und daher durchaus stark frequentierten Platz entwickeln. Gestalterische Maßnahmen wie eine Bepflanzung des kahlen Zaunes um den eigentlich attraktiven angrenzenden Spielplatz oder die Verbannung der stets überquellenden Altglas- und Altpapiercontainer unter die Erde seien Möglichkeiten, weitere Händler anzulocken, denen man dann womöglich auch feste Stände anbieten könnte. Auch die eher kahlen Bodenerhöhungen aus Stein, die sowohl auf dem Spielplatz als auch auf den Marktplatz selbst als Sitzgelegenheit gebaut wurden, sollten dabei zur Disposition stehen.

Bei einer Vor-Ort-Besichtigung in den kommenden Wochen wollen sich Politik und Verwaltung jetzt noch einmal ein Bild davon machen, was denk- und realisierbar ist, um den Rochusmarkt aufzuwerten.

„Wir haben diesen Antrag bereits vergangenen März gestellt, passiert ist seitdem aber nichts“, sagt Sebastian Rehne von der FDP. „Optisch ist der Platz seit Jahren eine Katastrophe, es gibt viele Müllecken und wenig einladende Stellen. Und die Anwohner fragen uns zurecht: Warum tut ihr nichts?“, berichtet Rehne. Das Hauptproblem nach seiner Ansicht: „Gestalterische Maßnahmen sollen erst dann umgesetzt werden, wenn das Markamt neue Händler für den Platz gefunden hat. Da der Rochusmarkt in seinem jetzigen Zustand aber viel zu unattraktiv ist, um weitere Interessenten anzulocken, findet sich keiner. Wir müssen erst aktiv werden und haben dann auch bessere Karten, wenn wir auf Händlersuche gehen“, betont Rehne.

Die Nachbarn würden sich sicher freuen, wenn etwas auf dem Rochusmarkt geschieht, denn das Umfeld scheint intakt: Bäcker und Apotheke, Chinese und Italiener, Sparkasse und nicht zuletzt die stylische Café-Bar Zogel hätten wahrlich Besseres verdient als den Schandfleck vor ihrer Haustür.

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