Trauer um Maximilian C. - Fahrer "erheblich alkoholisiert"

Die Haltestelle am Abend des Unfalls. Der Fahrer des Wagens war "erheblich alkoholisiert" unterwegs gewesen. Ein 21-Jähriger musste deshalb sterben.
Die Haltestelle am Abend des Unfalls. Der Fahrer des Wagens war "erheblich alkoholisiert" unterwegs gewesen. Ein 21-Jähriger musste deshalb sterben.
Foto: ANC-NEWS
Was wir bereits wissen
Der 18-jährige Fahrer war „erheblich alkoholisiert“, als er in die Haltestelle in Düsseldorf-Reisholz krachte. Unfallort ist als gefährlich bekannt.

Düsseldorf.. Der Tod eines jungen Mannes bei einem Unfall an der Bushaltestelle des S-Bahnhofs Reisholz hat Bestürzung ausgelöst. Mit Bildern, Blumen und Kerzen gedenken Angehörige und Freunde an der Unfallstelle des Unfallopfers.

Für den 21 Jahre alten Düsseldorfer Maximilian C. kam am Samstagmorgen um 1.45 Uhr jede Hilfe zu spät. Er starb auf dem Bürgersteig der Further Straße. Der Notarzt konnte nichts mehr für ihn tun. Er hatte in der Nacht zum Samstag offenbar auf den letzten Bus in Richtung Innenstadt gewartet, als er an der Haltestelle von einem Auto erfasst wurde. Gegen den 18-Jährigen Fahrzeugführer ermittelt nun die Polizei wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr. Grund dafür? Der Fahrer war zum Zeitpunkt des Todes „erheblich alkoholisiert“ gewesen, wie die Polizei mitteilte. Den genauen Alkoholwert im Blut wollte die Polizei aber nicht nennen. Er habe nach Alkohol gerochen, weswegen die Polizei eine Blutprobe anordnete. Für unter 21-Jährige gilt in Deutschland ein generelles Alkoholverbot am Steuer.

Weiterer junger Mann an Bushaltestelle verletzt

Ein weiterer junger Mann (17), der ebenfalls an der Haltestelle an der Further Straße wartete, wurde durch herumfliegende Trümmerteile verletzt und erlitt einen Schock. Der Unfallfahrer wurde leicht, sein Beifahrer (18) schwer verletzt.

Unfall Nach bisherigen Ermittlungen fuhr der 18-Jährige mit seinem Opel Vectra auf der Spanger Straße. An der Kreuzung Altenbrückstraße wollte er geradeaus auf die Further Straße. Aus noch ungeklärten Gründen verlor der Fahrer kurz hinter der Kreuzung die Kontrolle über das Fahrzeug und erfasste im Bereich der Bushaltestelle Maximilian C.. Der junge Mann erlitt so schwere Verletzungen, dass er noch am Unfallort starb. Der alkoholisierte Unfallfahrer wurde mit auf die Wache genommen. Sein Führerschein wurde beschlagnahmt. In den kommenden Tagen wird es zur Vernehmung des 18-Jährigen kommen.

Am Sonntag war die Ecke wegen des nahe gelegenen Trödelmarktes auf dem Schützenplatz an der Spanger Straße stark belebt. Viele Besucher blickten fassungslos auf das völlig zerstörte Wartehäuschen. Die Markierungen der Polizei waren noch zu sehen.

Nicht der erste schwere Unfall

Es ist nicht der erste schwere Unfall an der stark befahrenen Kreuzung. Am Pfingstmontag etwa kollidierten auf der Kreuzung gegen 3.40 Uhr nachts zwei Fahrzeuge. Die Fahrerin des einen Autos hatte eine rote Ampel missachtet. Sie wurde leicht, der Porsche-Fahrer schwer verletzt.

Anwohner berichten von einer Gefahrenstelle. Emrah Erbil betreibt seit etwa einem Jahr ein Büdchen an der Henkelstraße. Er habe es kommen sehen, dass es dort bald den ersten Unfall-Toten geben werde, sagt er: „Seit ich hier arbeite, hat es mindestens schon 15 Mal gekracht.“ Aus seiner Sicht werde in diesem Bereich dauernd gerast. „Diese Ecke muss die Polizei endlich stärker überwachen“, sagt Erbil. Immer wieder beobachte er, wie junge Autofahrer mit hoch gedrehter Musik unterwegs seien und innerhalb weniger Minuten mehrfach über die Kreuzung führen.

Dirk Angerhausen ist Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Hassels-Reisholz und Mitglied in der Bezirksvertretung 9. Auch er findet die Kreuzung unübersichtlich. Als Unfall- oder gar Raserschwerpunkt sei sie ihm nicht bekannt, sagte er. Er regte an, dort jetzt mal die Geschwindigkeit überprüfen zu lassen.