Tödlicher Speerwurf in Düsseldorf war kein Arbeitsunfall

Am 26. August 2012 ereignete sich der Unfall, bei dem der Kampfrichter durch einen Speer getötet wurde. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.
Am 26. August 2012 ereignete sich der Unfall, bei dem der Kampfrichter durch einen Speer getötet wurde. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool
Laut Gericht ist ein ehrenamtlicher Einsatz nicht vergleichbar mit einem Arbeitsverhältnis

Düsseldorf..  Ein ehrenamtlicher Einsatz als Kampfrichter ist nicht vergleichbar mit einem Beschäftigungsverhältnis. Darauf wies das Sozialgericht gestern hin und hat der Witwe eines 74-jährigen Unfallopfers jegliche Leistung aus der gesetzlichen Unfallversicherung verweigert. Der Kampfrichter war im August 2012 bei einem Leichtathletik-Sportfest im Rather Waldstadion durch einen Speerwurf tödlich verletzt worden. Die Witwe kämpfte nun um die Anerkennung als Arbeitsunfall. Die Unfallversicherung lehnte ab und erhielt jetzt Rückendeckung vom Sozialgericht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (Az: S 1 U 163/13)

Tragisch war der Tod des Kampfrichters, der damals beim Sperrwurf eingesetzt war. Noch während sich der Speer eines 15-jährigen Sportlers in der Luft befand, ging der Kampfrichter schon zu jener Stelle, wo er den Aufprall vermutete. Dabei wurde er von dem Speer an der Halsschlagader tödlich getroffen. Seine Witwe forderte Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Ihr Mann sei als Kampfrichter zwar nicht abhängig beschäftigt gewesen, müsse aber „wie ein Beschäftigter“ von der Unfallversicherung erfasst sein. Die Richter widersprachen: Als ehrenamtlicher Helfer erhielt der 74-Jährige nur eine geringe Aufwandsentschädigung, auch gebe es „keine Berufsgruppe professioneller Kampfrichter“. Es habe ihm also „freigestanden, an bestimmten Wettkämpfen teilzunehmen oder nicht“. Auch eine besondere Gefährlichkeit der Tätigkeit führe nicht zum geforderten Versicherungsschutz. Letztlich, so das Urteil, entspringe „die ehrenamtliche Tätigkeit der Liebe zum Sport“ und ähnele „als Freizeitbeschäftigung keineswegs einem Beschäftigungsverhältnis“.