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Todesdrohung im Gerichtssaal

21.01.2015 | 00:10 Uhr

Nach Todesdrohungen gegen seinen Ex-Chef und drei Richter des Arbeitsgerichts ist ein 34-jähriger Arbeitsloser seit gestern vor dem Amtsgericht angeklagt. Im Streit mit dem Inhaber einer Autowasch-Anlage hatte der Angeklagte demnach im August 2012 im Gerichtssaal getönt: Wenn seine Klage abgelehnt würde, „gibt es hier Tote“. Auch dem Ex-Chef soll er in der Verhandlung angekündigt haben: „Der liegt dann unter der Erde und seine Familie und alles.“ Obwohl mehrere Zeugen das gestern vorm Amtsgericht bestätigten, versicherte der 34-Jährige: „Sowas habe ich niemals gesagt!“ Ein Gutachter prüft nun die Schuldfähigkeit des Angeklagten.

„Ich wurde im Betrieb gemobbt und bedroht – und auch beim Gericht wurde von Anfang an alles mit Absicht gegen mich umgedreht, weil ich nicht von einem Anwalt vertreten war.“ Nach seiner Ansicht sah sich der Angeklagte damals wie heute zu Unrecht am Arbeitsplatz abgemahnt, entlassen, um die Bezahlung von Überstunden geprellt – und vom Arbeitsgericht auch noch manipuliert.

Die damaligen Richter (zwei Schöffen, ein Berufsrichter) nahmen die Todesdrohungen des Angeklagten durchaus ernst: „Das klang ganz ruhig und bestimmt, das war nicht als Scherz gemeint“, so der Arbeitsrichter gestern im Zeugenstand.

Erst viel später gab der 34-Jährige an, dass er damals in psychiatrischer Behandlung gewesen sei. Und sein Arzt teilte der Strafjustiz inzwischen mit, dass der Angeklagte zeitweise unter wahnhaften Vorstellungen litt. „Nein, ich befand mich nur in einer Nervenverwirrung“, winkte der Angeklagte gestern ab. „Ich war psychisch und seelisch kaputt.“ Über das weitere Schicksal des 34-Jährigen wird Anfang Februar weiter verhandelt.

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