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Nürnberger Randalierer warfen Tische und Stühle auf Polizisten

13.05.2013 | 17:32 Uhr

Düsseldorf.   „Das geschah plötzlich wie auf ein Zeichen. Sie stürzten sich wie ein Mob auf uns“, berichtet ein Polizist vom Angriff gewalttätiger Nürnberg-Fans auf die Einsatzhundertschaft in der Düsseldorfer Altstadt. Es gab laut Fanbeauftragten im Vorfeld angeblich keine Hinweise darauf, dass die Nürnberger Ultras und Hooligans in Düsseldorf die Gewalt suchten.

Eine Polizistin wurde von einem geworfenen Tisch direkt am Kopf getroffen. Zwei Beamte erlitten eine Gehirnerschütterung. Insgesamt neun Einsatzkräfte wurden derart verletzt, dass sie danach dienstunfähig waren. Das ist die bittere Bilanz nach den Randalen in der Düsseldorfer Altstadt vom Wochenende . Es waren die schwersten Fußball-Krawalle seit langem in Düsseldorf mit fast 300 Festgenommenen. Und diesmal hatten es die Hooligans nach dem Bundesliga-Spiel von Fortuna gegen den 1. FC Nürnberg auf die Polizei abgesehen. Pikant: Es gab im Vorfeld keine Hinweise darauf, dass die Nürnberger Ultras hier die Gewalt suchten.

Montagfrüh, Nachbesprechung: Polizeidirektor Hans-Joachim Kensbock-Rieso, der für die Sicherheit rund um die Arena verantwortlich ist und der für die Altstadt zuständige Einsatzleiter Martin Wentorf analysieren die Vorfälle von der Nacht zum Sonntag rund um die Bolkerstraße und fragen sich vor allem, warum sie nicht vorgewarnt wurden. Bei den Gesprächen mit den Fan-Beauftragten beider Vereine hieß es, dass es keine Anzeichen auf Gewalt gab. Das war eine krasse Fehleinschätzung, was die Nürnberger betraf. Und hier wird die Polizei den bayrischen Fan-Beauftragten noch einige unangenehme Fragen stellen müssen.

„Die warfen plötzlich mit Stühlen, Tischen , Gläsern und Flaschen auf uns"

Die Fortuna-Fans verhielten sich dagegen fast wie die Musterknaben. Von den Düsseldorfer Ultras ließ sich nach dem Abpfiff eh’ kaum einer in der Altstadt blicken. Somit hatte die Polizei diesmal auch nicht das Problem, irgendwelche gegnerischen Fan-Gruppen voneinander zu trennen. Das Problem war, dass sie selbst zur Zielscheibe wurde, als sie unvermittelt von rund 300 Nürnberger Rowdys attackiert wurde. „Die warfen plötzlich mit Stühlen, Tischen, Gläsern und Flaschen auf uns“, erinnert sich Polizeirat Martin Wentorf. „Wir hatten nicht den geringsten Anlass gegeben“, betonte er. „Das geschah plötzlich wie auf ein Zeichen. Und sie stürzten sich wie ein Mob auf uns.“ Der Einsatzleiter spricht hier von einer „kriminellen Subkultur“, die von vornherein es darauf abgesehen hatte, Schaden anzurichten.

Chaosspiel Fortuna gegen Hertha

Ist eine neue Dimension der Gewalt zum Saisonende zu befürchten? In Düsseldorf eher nicht. Das Polizeipräsidium bezeichnet die Randale vom Wochenende als „völlig atypisch.“ Es muss also nicht automatisch davon ausgehen, dass bei oder nach einem möglichen Relegationsspiel hier alles außer Rand und Band geraten könnte.

Nach dem 1:2 gegen Nürnberg droht Fortuna nämlich, am letzten Spieltag kommenden Samstag auf Platz 16 abzurutschen. Dies würde bedeuten, dass es für die Düsseldorfer Kicker wieder zu einem Relegationsspiel kommt. Diesmal gegen Kaiserslautern, Hinspieltermin in der Arena wäre dann Donnerstag, 23. Mai, 20.30 Uhr. Da schrillen zwar hier und da die Alarmglocken. Das Relegationsspiel vom 15. Mai 2012 gegen Hertha BSC , als Fortunas Fans schon vor dem Abpfiff den Rasen stürmten und somit für einen bundesweiten Skandal sorgten, ist noch frisch in Erinnerung.

Fortuna und Polizei bereiten möglichen Einsatz in Relegation vor

Auf strengere Sicherheitsvorkehrungen bei einem möglichen Relegationsspiel am 23. Mai angesprochen, zeigen sich Fortunas Verantwortliche gereizt. „Da wird es keinen Platzsturm geben“, sagt Finanzvorstand Paul Jäger, der vor Jahresfrist bundesweite Berühmtheit erlangte, als er nach dem Arena-Skandal gegen Hertha seinen Verein vor den DFB-Gerichten vertreten und dabei in unzählige jede TV-Kamera sprechen musste. „Das Relegationsspiel gegen Kaiserslautern wäre ein Hinspiel, also kein entscheidendes Spiel, es sei denn, wir würden 10:0 gewinnen“, so Jäger weiter.

Fortuna - Nürnberg 1:2

Doch auch in Ausnahmefällen wäre die Sicherheit aller gewährleistet, lässt die Fortuna verlauten. Jäger: „Damals gegen Berlin haben die Ordner die Tore aufgemacht, das wird nicht mehr vorkommen, selbst wenn einige Leute auf die Idee kommen sollten, auf den Rasen zu rennen.“ Kommt es also zu einem Spiel in der Arena am 23. Mai, werde, so Jäger in einer internen Bestandserhebung Sicherheit „alles im Vorfeld daran gesetzt, dass nichts passieren wird“.

Davon geht auch die Polizei aus. „Das entscheidende Spiel würde das Rückspiel in Kaiserslautern sein“, so Kensbock-Rieso. „Ich rechne deshalb hier nicht mit großen Emotionen.“ Trotzdem bereitet sich die Polizei schon jetzt auf einen möglichen Großeinsatz am 23. Mai vor. Mehrere hundert Polizisten sollen dann für die Sicherheit rund um die Arena und in der Altstadt sorgen. Mit einem Ansturm der Fans auf die Bolkerstraße rechnet die Polizei eh“ nicht: Kensbock-Rieso: „Das Spiel wäre an einem Werktag und würde eh’ erst spät beginnen.“

Randale in Düsseldorf im Mai 2010

 

Michael Mücke und Stephan Wappner

Kommentare
14.05.2013
12:00
Nürnberger Randalierer warfen Tische und Stühle auf Polizisten
von OldFirm | #25

Und Wieder einmal wird von den Medien eine Fangruppierung in den Dreck gezogen..
Woher weiss man denn das es Die Nürnberger Ultras waren ? Wurde da...
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1 Antwort
Nürnberger Randalierer warfen Tische und Stühle auf Polizisten
von finnisworld | #25-1

Sie nennen die Pfosten auf dem Foto echt "Fangruppierung" ?? Bemerkenswert...;-)

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Nürnberger Randalierer warfen Tische und Stühle auf Polizisten
Nürnberger Randalierer warfen Tische und Stühle auf Polizisten
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http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/tische-flogen-gegen-polizisten-id7948663.html
2013-05-13 17:32
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