Das aktuelle Wetter Duesseldorf 8°C
Wassersport

Tipps für Freizeitkapitäne auf der "Boot"

22.01.2010 | 14:11 Uhr
Tipps für Freizeitkapitäne auf der "Boot"

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen leben viele aktive Wassersportler – und solche, die es werden wollen. Passend zur Messe "Boot" gibt es Tipps für Anfänger. Ein guter Einstieg ist das Mitsegeln auf der Ostsee, dem Ijsselmeer oder im Mittelmeer. Dafür gibt es eine Törnberatung auf der Messe.

Die meisten aktiven Wassersportler leben – na? Nein, nicht an der Nordseeküste, sondern in NRW. Wer in Häfen am holländischen Ijsselmeer wie Lemmer oder Stavoren mit den Bootsleuten am Kai spricht, erfährt: Sie kommen aus Duisburg, Essen, Mülheim, Wesel, und Düsseldorf. Alles Millionäre? Aber nein. Die Skipper, von Laien oft als Freizeitkapitäne bespöttelt, sind Handwerker, Angestellte, Beamte.

Aufbau in den Messehallen. (Fotos: Kai Kitschenberg)

Auf jeden, der’s tut, kommen nach Untersuchungen des Branchenverbands mindestens vier, die es tun wollen. Die meisten zögern aber, weil sie denken, es ist zu teuer. Aber beim Klabautermann – es ist gar nicht teuer. Zur „Boot”, die am Samstag, 23. Januar, ihre 17 Hallen öffnet, bietet die NRZ einen Überblick mit Tipps für Einsteiger.

In Holland geht’s ohne Sportbootführerschein

Den leichtesten Start in die Freizeit auf dem Wasser bietet ein gemietetes, ein Charterboot, unter Motor. Denn in Holland und auch auf der Müritz, dem größten deutschen Binnensee, ist dafür kein Sportbootführerschein nötig. Die Vercharterer drehen mit den Anfängern auf dem Hausboot oder Motoryacht eine Runde, zeigen ihnen die Tipps beim Anlegen und helfen auch dem Laien, mit einem Boot für die ganze Familie klar zu kommen.

Und dann kann’s los gehen – immer nach dem alten Spruch: „Seemann, wenn du’s eilig hast, mach langsam.” Ein Boot für zwei Erwachsene und zwei Kinder, oder auch vier Erwachsene, 10,70 Meter lang, kostet an der Müritz im Mai rund 1000 und in den Sommerferien rund 1500 Euro. Dazu kommen noch Ausgaben für Diesel und die Hafengelder, die um die 10 Euro pro Nacht liegen. Macht für vier Personen und zwei Wochen im Sommer rund 3200 Euro – minus Rabatt für zwei Wochen und für Frühbucher auf der „Boot“ sogar nur 2900 Euro.

Auch beim Wassersport gilt: Preise vergleichen. Es hilft außerdem ungemein, vorher ein Buch übers Bootfahren zu lesen. Auf der Messe in Düsseldorf bieten 320 Firmen den Urlaub auf gemieteten Planken in Halle 13 und 14 an. Einmal unter blauem Himmel und weißen Segeln entspannen? Das lässt sich machen.

Info
Die Messe "Boot 2010"

Die „Boot“ in Düsseldorf läuft von Samstag, 23. Januar, bis Sonntag,. 31. Januar, täglich von 10 - 18 Uhr.

1550 Aussteller zeigen ihre Neuheiten und Verkaufsschlager in 17 Hallen. Die Tageskarte kostet 15 Euro, für Schüler und Studenten 10 Euro, das Kurzticket (werktags ab 15 Uhr) 9 Euro. Für Familien: Erwachsene 12 Euro, Kinder bis 14 Jahre 6 Euro.

Anfahrt: über die A 44 (Ausfahrt 29 – Messe/Arena), dann der Beschilderung folgen. Von den Großparkplätzen P1/P2 fahren Shuttlebusse zu den Eingängen. Erfahrungsgemäß sind die Autobahnen rund um Düsseldorf während Großveranstaltungen wie der „Boot“ sehr voll. Deshalb empfiehlt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Vom Düsseldorfer Hauptbahnhof fahren die U-Bahnen 78 und 79 sowie die Buslinie 722 zur Messe. Besucher haben mit ihrer Eintrittskarte freie Fahrt im VRR (Busse/Bahnen/Regionalzüge).

Infos zur aktuellen Verkehrslage: www.autobahnen.nrw.de

Der beste Einstieg ist das Mitsegeln auf der Ostsee, dem Ijsselmeer oder im Mittelmeer. Dafür gibt es auf der Boot in Düsseldorf in Halle 13 eine Törnberatung, die auch Anfängern weiterhilft. Wer’s kann, kann in den Niederlanden eine Zehn-Meter Segelyacht für rund 900 Euro pro Woche chartern, darauf lässt es sich zu viert gut eine oder zwei Wochen aushalten. Die Preise sind, je nach Ausstattung und Größe der Boote, nach oben offen. Das gilt erst recht für Charterreviere wie die Adria, die Karibik oder Kuba.

Eigenes Boot ab 2000 Euro

Wer Natur und Wellen, Flüsse, Seen oder Meer als sein eigener Skipper genießen will, muss die Prüfung für einen amtlichen Sportbootschein (Binnen oder See) ablegen. Kurse dazu gibt’s für etwa 350 Euro bei Vereinen oder den Volkshochschulen. Im Segelcenter in Halle 17 geben Vereine und Verbände Auskunft über Schulen und Kosten.

Und dann ein eigenes Boot kaufen? Die gibt's ab 2000 oder etwas größer ab 10 000 Euro in den Hallen 4, 5, 9 und 15 (Motorboote) sowie 16 und 17 (Segelyachten und -boote). Alle Experten mahnen allerdings immer wieder: Der Kaufpreis ist nicht alles. Erst mal überlegen: Wo will ich segeln / Boot fahren und wie oft? Zu zweit oder mit Freunden?

Viele künftige Bootseigner denken zudem nicht an die Folgekosten: Ein neues Boot von zehn Metern braucht etwa acht Prozent des Kaufpreises für den jährlichen Unterhalt, Versicherungen und den Liegeplatz. Macht bei einer neuen Zehn-Meter-Yacht unter Umständen 8 000 Euro aus ...

Einsteiger können sich auch auf dem riesigen Markt der Gebrauchtboote umsehen – auf der „Boot“ gibt es Tausende Angebote bei Werften und Händlern. Damit der künftige Skipper nicht auf die sprichwörtliche „weich gesegelte Banane” oder nur vermeintliche Schnäppchen reinfällt, kann ein Gutachter Kosten sparen.

Jo Achim Geschke

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2423800/create

Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Nichtschwimmer stirbt nach Badeunfall
Unglück
Tödlicher Leichtsinn: Das Abtauchen ins kühle Nass an einem sommerlich-warmen Abend kostete einem 36-Jährigen das Leben. Obwohl der Leiharbeiter aus Polen Nichtschwimmer war, sprang er am Sonntag gegen 19.20 Uhr in den Elbsee. Dabei hatte der Mann offensichtlich unterschätzt, dass es hier schon am...
Hohe Waldbrandgefahr in Düsseldorf
Feuerwehr
Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kann ausreichen, um einen verheerenden Waldbrand auszulösen. Die Stadt Düsseldorf mahnt deshalb besonders jetzt zum vorsichtigen Umgang mit Feuer im Freien. Bei Verstößen gegen Verbote drohen hohe Strafen.
Text