Thomas Jarzombek bleibt Düsseldorfer CDU-Chef

Thomas Jarzombek am Montag Abend unmittelbar nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses, links seine bisherige Stellvertreterin und Bundestags-Kollegin Sylvia Pantel, rechts CDU-Geschäftsführer Bernhard Herzog.
Thomas Jarzombek am Montag Abend unmittelbar nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses, links seine bisherige Stellvertreterin und Bundestags-Kollegin Sylvia Pantel, rechts CDU-Geschäftsführer Bernhard Herzog.
Foto: Andreas Endermann
Was wir bereits wissen
Unschöner Parteitag Montagabend der Christdemokraten: Nach Jarzombeks Wahl zogens eine Stellvertreter ihre Kandidaturen zurück.

Düsseldorf..  Um 21.08 Uhr am Montag stand das Ergebnis fest: Thomas Jarzombek wurde für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Düsseldorfer CDU bestätigt. Mit einem erleichterten Lächeln nahm er das Ergebnis auf, bei den meisten der mehr als 350 anwesenden Christdemokraten gab es riesigen Applaus und stehende Ovationen.

Mit 259 Stimmen (77,3 Prozent) setzte sich der Bundestagsabgeordnete gegen seine Herausforderin Heidrun Leinenbach (76 Stimmen, 22,7 Prozent) durch. Nach der Wahl zogen Jarzombeks bisherige Stellvertreter Sylvia Pantel und Peter Preuß ihre Kandidatur zurück. Sie hatten sich für seine Herausforderin Leinenbach stark gemacht.

Neue stellvertretende Chefs der CDU wurden Angela Erwin (35) mit 93,1 Prozent und Peter Blumenrath (30) mit 92,8 Prozent der Stimmen. Er war bis März Vorsitzender der Jungen Union. Sie kandidierten als einzige für die beiden Stellvertreter-Posten im Düsseldorfer CDU-Vorstand.

Vorausgegangen war eine heftige Diskussion, durchaus vergleichbar mit einer parteiinternen Schlammschlacht, bei dem die tiefen, unüberwindbaren Gräben zwischen Thomas Jarzombek und seinen bisherigen Stellvertretern öffentlich ausgetragen wurden. Anwesende Mitglieder äußerten sich durch Zwischenrufe wie „Pfui“ oder bezeichneten die Art der Auseinandersetzung innerhalb der Düsseldorfer CDU in den vergangenen zwei Jahren als „unschön“, „Kindergarten“ oder „Hasenspiele“. Jarzombek selbst charakterisierte das Bild, das die CDU vor allem in den vergangenen Wochen in der Öffentlichkeit abgegeben hat als „furchtbar“.

Deutlich wurde aber auch: Vor allem Thomas Jarzombek war es, der deutlich machte, für eine gute Zusammenarbeit mit seinen beiden Stellvertreter auch künftig zur Verfügung zu stehen. Ihm, so wurde es vor allem für außenstehende Beobachtern deutlich, ging es stets um die Sache, nicht um persönliche Angriffe. Er wolle die Partei versöhnen und stehe für einen offenen, aber internen Dialog. Es sei aber auch klar: Wer in der Öffentlichkeit über andere schlecht rede, bekomme die „Rote Karte“. Jarzombek forderte die Partei zur Geschlossenheit auf: „Wir müssen anständig miteinander umgehen.“

Doch es waren Peter Preuß (er verlor vor 17 Monaten die Wahl zum CDU-Chef gegen Thomas Jarzombek) und Sylvia Pantel, die den Parteitag nutzten um schmutzige Wäsche zu waschen und Jarzombek demontieren wollten. Sie erhoben in ihren Wortbeiträgen schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden. „Der Vorstand wurde nicht ordnungsgemäß geführt“, sagte Pantel. „Es ist völlig der moralische Kompass verloren gegangen.“ Der Vorwurf aus Jarzombeks Lager, sie habe Interna an die Öffentlichkeit getragen, sei eine „haltlose Unterstellung“. Peter Preuß, der wie Pantel die Gegenkandidatin Heidrun Leinenbach unterstützte, forderte ebenfalls einen Neuanfang für die CDU: „Was wir in den letzten Monaten erlebt haben, hat es in meinen 13 Jahren im Vorstand noch nicht gegeben.“

Offenbar war die Taktik von Pantel und Preuß leicht zu durchschauen – vor allem von den Delegierten, die beiden mit der großen Mehrheit für Jarzombek eine klare Abfuhr erteilten.