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Prozess

Taxis überfallen, Beute verzockt

28.09.2011 | 07:00 Uhr
Taxis überfallen, Beute verzockt

Düsseldorf.Zwei Taxifahrer haben sie überfallen, den Männern nachts mit Messern ihr mühsam verdientes Geld abgenommen - nur um damit in die Spielhalle zu gehen. Seit gestern stehen ein Brüderpaar, 21 und 22 Jahre, sowie ein 21-Jähriger vor dem Landgericht.

Die drei gaben sich zerknirscht, sie bereuten ihre Tat, in die sie nur so hereingerutscht seien. „Wir brauchten Geld, wir waren ja unterwegs ohne gar nix“, erzählte der 21-Jährige. Er erwähnte zudem Schulden bei Bekannten, vor denen sie nicht schlecht dastehen wollten.

Als sie nachts am Rochus-Platz nach Auswegen suchten, ein Taxi vorbeifuhr, sei ihnen die Idee mit den Überfällen gekommen. Sie holten Messer, Handschuhe und Masken, die sie vom Gokart-Fahren hatten, orderten per Handy ein Taxi und warteten an der verabredeten Adresse.

Doch beim ersten Mal traute sich keiner. Erst beim zweiten Versuch setzten sie sich gleichzeitig ins Auto, forderten: „Schlüssel her!“, dann „Geld her!“ Mit dem Portemonnaie, das 190 Euro enthielt, verschwanden sie. Zwei Wochen später wiederholten der jüngere Bruder und der 21-Jährige das Vorgehen. Denn sie hatten immer noch Schulden, weil sie die letzte Beute im Spielsalon verzockt hatten.

Die Krise in ihrem Elternhaus habe die Brüder aus der Bahn geworfen, argumentierten die Verteidiger. Die Eltern hatten sich 2008 getrennt. Der jüngere Bruder war mit dem neuen Freund der Mutter aneinander geraten. Der ältere habe sich stets für alles verantwortlich gefühlt. Nur deshalb habe er auch den ersten Überfall mitgemacht: Um auf den Bruder aufzupassen. Denn er wusste, dass er ihn nicht abhalten konnte. Vom zweiten Überfall habe er nichts gewusst.

Alle drei beteuerten, sie seien sich einig gewesen, dass sie die Messer nicht einsetzen wollten: „Wenn einer Stress macht, wollten wir weglaufen“, versicherte einer. Die Brüder haben das erbeutete Geld zurückgezahlt, alle drei entschuldigten sich bei den Fahrern: „Es tut mir tausend Mal leid“, sagte einer. „Es war ein dummer Fehler.“ Ein anderer sagte:„Ich hoffe, Sie können uns verzeihen.“

Das Urteil soll heute fallen.

Katharina Rüth

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