Super-Navi der Universität Düsseldorf soll Staus verhindern
30.01.2012 | 17:25 Uhr 2012-01-30T17:25:00+0100
Düsseldorf. An der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf wurde ein neues Navigationssystem entwickelt. „Next Generation Car-2-X Communication“ heißt es und es soll den Fahrer nicht nur um einen bestehenden Stau herumschleusen, sondern dieses Stau erst gar nicht aufkommen lassen.
Endlose Minuten verbringen die etwa 280.000 Berufspendler jeden morgen in und um Düsseldorf in kilometerlangen Blechlawinen. Stau auf der Autobahn wird abgelöst durch den Stau in der Innenstadt. Und bislang keine Lösung in Sicht, da die Straßenbreite nun mal begrenzt ist. Eine Welt ohne Staus und lästige Verkehrsbehinderungen, dass wäre Balsam auf die stressgeplagte Seele vieler Autofahrer und diese Utopie gar nicht mehr so unrealistisch.
Technisches Wunderwerk
Informatiker an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf haben ein neues Navigationssystem entwickelt, dass anders als moderne Navigationsgeräte den Fahrer nicht nur um einen bestehenden Stau herumschleusen, sondern dieses Stau erst gar nicht aufkommen lassen soll. „Next Generation Car-2-X Communication“ heißt das technische Wunderwerk.
Neu bei diesem System ist, dass das Navi nicht mehr nur mit einem zentralen Server kommuniziert, sondern auch mit anderen Autos Kontakt auf nimmt und deren Routen aufeinander abstimmt. „Die Idee ist über ein „Peer to Peer System“ Navigationsgeräte miteinander sprechen zu lassen. Sie teilen sich mit, welche Ausweichroute geplant ist und wer auf der eigentlichen Route bleibt. Die vorhandene Verkehrskapazität wird so bestmöglich ausgenutzt“, erklärt Professor Martin Mauve, Lehrstuhlinhaber am Informatik-Institut und Leiter des Navi-Entwicklungsteams.
Das System ist zudem keineswegs nur eine theoretische Spielerei. Bereits in einigen Jahren sollen die Autofahrer sich über eine flächendeckende Anwendung freuen können. „Die technischen Möglichkeiten haben wir bereits. Internet in Navigationssystemen sind vorhanden und das neue System verbraucht auch keine riesige Rechenleistung. Wenn unser Feldtest erfolgreich war, dürfe es nicht mehr lange bis zur Marktreife dauern“, gibt sich der Professor optimistisch.
Ein kleiner Haken
Zwei bis drei Jahre wären es also im besten Fall nur noch, bis man nervigen Staus künftig nicht einmal mehr im Rückspiegel sehen kann. Doch einen Haken hat das System. Den allmorgendlichen Stoßverkehr kann es nur bedingt aufhalten. „Dort wo die Straßenkapazität einfach nicht mehr hergibt, wird es auch künftig Staus geben. Das Navi kann einem dann höchstens ausrechnen, dass man genauso gut auch noch eine Stunde Zuhause bleiben und einen Kaffee trinken kann.“
Nichtsdestotrotz hört sich das System sehr vielversprechend an auch wenn die Markteinführung angesichts der A40-Vollsperrung und der Baustelle am Kreuz Breitscheid wohl doch etwas zu spät kommen wird.
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