Sturm deckt Dach ab und lässt Gebäudemauer einstürzen

Was wir bereits wissen
Mehr als 100 Notrufe bei der Düsseldorfer Feuerwehr in der Nacht zum Montag. Und jetzt rückt Sturmtief „Nilkas“ an.

Düsseldorf..  Das Sturmtief, das ab Sonntagnachmittag und bis spät in die Nacht zum Montag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 Stundenkilometern über Düsseldorf hinweg fegte, richtete Schäden in einer Gesamthöhe von 100 000 Euro an. Bei der Feuerwehr gingen mehr als 100 Notrufe ein. „Es wurde zum Glück niemand verletzt“, so Sprecher Heinz Engels.

Aufwendig gestaltete sich allerdings der Einsatz im Hinterhof eines Gebäudes in der Straße Ringelsweide in Bilk: Dort war eine Mauer auf einer Länge von 20 Metern auf ein Parkdeck einer Tiefgarage umgestürzt. Die Steinbrocken begruben einen Toyota Corolla. Da zunächst unklar war, ob Verletzte unter dem 160 Quadratmeter großen Trümmerfeld lagen, rückte die Feuerwehr mit 48 Rettungskräften an. Das Wohnhaus darf weiter genutzt werden, der Innenhof und die Tiefgarage nicht. Zur angrenzenden Kindertagesstätte und im Innenhof wurde ein Baugitterzaun zur Absperrung des Areals aufgestellt. Der entstandene Schaden wird auf rund 50 000 Euro geschätzt.

Höhenretter an der Witzelstraße

Die Höhenretter kamen indes auf einem Dach an der Witzelstraße in Bilk zum Einsatz. Der Sturm hatte einen vierzügigen Ziegelkamin zum Einsturz gebracht und ein etwa 90 Quadratmeter großes Stück Flachdachabdichtung aus Teerpappe abgerissen. Mit Kettensägen wurden Löcher rund um die Schadenstelle in die Holzdecke geschnitten und Teerpappe sowie Kamin mit Spanngurten daran fest verzurrt. Schaden: 30 000 Euro.

Die erste Meldung lief am Sonntag nachmittag bereits um 16.28 Uhr in der Leistelle der Feuerwehr ein. Am Geraer Weg in Vennhausen hatte der Wind einen Ast aus einer Baumkrone abgebrochen. In der Mittelstraße drohten später zehn größere Blumentöpfe vom Balkon eines Wohn- und Geschäftshauses herunterzufallen. Eine lose Plane an einer Baustelle und ein umgestürzter Baum beschäftigten die Feuerwehrmänner der Wache Quirinstraße am Nikolaus-Knopp-Platz. An der Richrather Straße kippte der Sturm eine mobile Toilette (Dixi-Klo) um. Noch bevor die Feuerwehr zu Hilfe kam, hatten Passanten den „Stillen Ort“ wieder aufgestellt. Am Joseph-Beuys-Ufer mussten umgefallene Straßenschilder beiseite geräumt werden. Ein unbeschädigter Ast hatte sich durch den Wind in den Fahrdraht der Rheinbahn in der Schloßstraße verfangen, der durch die Feuerwehr „herausgeangelt“ wurde. Von einem Wohnhaus in der Ulmenstraße fielen Dachziegel auf die Straße. Zwei Bäume mussten am Grüneweg mit Kettensägen beschnitten werden. Dort waren Teile der Baumkrone abgebrochen. Die Polizei zog einen kleineren Baum von der Pariser Straße, der umgefallen war.

Entwarnung gibt es für die Düsseldorfer Retter aber noch lange nicht. Sturmteif „Niklas“ rückt heute mit den nächsten Orkanböen an.