Studenten werden erst 2016 im Hochschulneubau unterrichtet

Die Nachrichten von Problemen und Verzögerungen beim Neubau der Hochschule Düsseldorf (HSD) in Derendorf reißen nicht ab. In einer Sitzung haben Vertreter der Hochschule und des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) NRW sich darauf verständigt, dass wegen Problemen mit der IT-Technik vor Ort kein einziger Fachbereich in diesem Jahr auf den 254 Millionen Euro teuren Campus ziehen kann. Mit einem Umzug der ersten drei Fachbereiche rechnet man jetzt erst zum kommenden Sommer.

Ursprünglich sollten zum Wintersemester 2012/2013 die ersten Studenten Vorlesungen und Seminare auf dem ehemaligen Schlösser- und Schlachthofgelände besuchen. Mit einer Fertigstellung des gesamten Hochschulkomplexes, zu dem fünf Neubauten gehören, ist damit erst Ende 2017, vielleicht sogar erst Anfang 2018 zu rechnen; das war eigentlich für 2015 anvisiert.

Das Gespräch mit der Hochschule sei konstruktiv verlaufen, sagte BLB-Sprecherin Christa Bohl auf Nachfrage: „Wir geben uns nicht gegenseitig die Schuld dafür.“ Grund für die Verzögerungen seien Lieferschwierigkeiten bei einem Nachunternehmer des Generalunternehmens für drei Gebäude, „so dass das Daten- und Mediennetz nicht rechtzeitig fertiggestellt werden kann“, sagte Bohl. Ansonsten seien die beiden Gebäude – in denen Mensa (500 Sitzplätze), Studentenservice-Center und Verwaltung sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften einziehen sollen – aus BLB-Sicht fertiggestellt. Mit dem Hörsaalzentrum befinde man sich „in den letzten Zügen“.

Dass die Hochschule mit den Verzögerungen sehr unzufrieden ist, hat sie in einer E-Mail, die an alle Mitarbeiter und Studenten verschickt wurde, zum Ausdruck gebracht: „Der BLB NRW kann der HSD zur Zeit kein Gebäude übergeben, in dem sichergestellt ist, dass die für eine qualitativ hochwertige Lehre und Forschung notwendigen IT- und medientechnischen Voraussetzungen gegeben sind.“ Die Hochschule sei dem BLB NRW „insofern entgegen gekommen, als sie unter anderem eine einmonatige Verlängerung zur Behebung der Mängel bis zum 26. Juni eingeräumt, zwischenzeitlich alle für den Umzug relevanten Vergabeverfahren (z.B. Medientechnik, Sanitärausstattung, Schließsystem, Umzugsfirma) organisiert und diverse Firmen für Anfang Juli bestellt hat, um mit den notwendigen Arbeiten für die Aufnahme des Studienbetriebs zu beginnen.“

Teilumzug vielleicht im Winter

Bei der gemeinsamen Sitzung vor einigen Tagen habe man dann aber festgestellt, „dass es in Teilbereichen der IT-Technik keinerlei Weiterentwicklung gegeben hat.“ Der Umzug der Fachbereiche Medien, Sozial-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaften sei deswegen erst zum Sommersemester 2016 geplant. Nur das Studentenservice-Center, die Verwaltung und das Präsidium könnten eventuell im letzten Quartal dieses Jahres umzuziehen.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Probleme und Verzögerungen mit dem neuen Campus gegeben, das nach Plänen des Architekturbüros Nickl Partner entsteht. Ende vergangenen Jahres war dann bekannt geworden, dass der Hochschulkomplex zu klein angelegt ist: Bei den Planungen (die fingen 2008 an) war man von 7000 Studenten ausgegangen, inzwischen sind es aber mehr als 9000. Auch nach der Fertigstellung des neuen Campus werden die Studenten deswegen nicht zentral, sondern auch in angemieteten Gebäuden Vorlesungen und Seminare besuchen.