Studenten feiern heute Premiere
05.02.2008 | 17:21 Uhr 2008-02-05T17:21:48+0100THEATER. "Louis" in den FFT-Kammerspielen - eine Zusammenarbeit zwischen Bühne und Universität.
"Psst!" Wenn Reden Silber und Schweigen Gold ist, dann ist Louis so eine Art Goldschmiedemeister. Nicht nur, dass er selbst nicht redet - unter keinen Umständen, keiner weiß warum - er macht es gleichzeitig unmöglich, in seiner Gegenwart nicht über das Schweigen zu sprechen, das von ihm ausgeht.
Einblicke in die Geschichte
Inspiriert von dem Stück "Das Schweigen" von der französischen Schriftstellerin Nathalie Sarraute schrieb Regisseur und Autor Daniel Rademacher "Louis". Die Uraufführung in eigener Regie mit dem Ensemble der FFT Studiobühne, einem studentischen Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität, feiert heute Abend im FFT Premiere.
Die FFT Studiobühne vereint seit dem Sommersemester 2007 14 Studierende der unterschiedlichsten Fachbereiche: Germanisten, Literaturübersetzer, Medien- und Kulturwissenschaftler sind dabei. Daniel Rademacher führte sie zunächst durch einen Schauspiel-Workshop. Praktische Szenenstudien und Einblicke in die Geschichte des Theaters - von der griechischen Tragödie über Shakespeare und Ibsen in die theatrale Gegenwart - legten die Grundlage für eine eigene Inszenierung.
Das Thema Schweigen
Am Anfang der Entstehung von "Louis" standen Fragebögen, die er an seine Schauspieler verteilte, so Daniel Rademacher. So erhielt er nicht nur Antworten auf inhaltliche Fragen zum Thema Schweigen, Sprechen und Kommunizieren, sondern auch Anregungen zur dramatischen Form. Mithilfe der Impulse erarbeitete er in zweimonatiger Arbeit das fertige Stück.
Geprobt wird seit Oktober. Kostüm und Bühnenbild wurden zwar unter professioneller Anleitung von Sybille Kusakis und Claudia Kalinski, jedoch ebenfalls in Zusammenarbeit mit den Studierenden erstellt.
"Louis" erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der inmitten von Menschen immer ein Außenseiter bleibt. Je hartnäckiger er sich der Ansprache verweigert, desto unbehaglicher fühlen sich andere in seiner Gegenwart. Und doch kann sich niemand seiner faszinierenden Wirkung entziehen. Um ihn herum beginnt eine Verhandlung über die Bedeutung von Sprache, über Verständigung, Orientierung und die (Un-)Ruhe des Nichts-Sagens.
Dennoch findet Rademacher: "Es ist kein Stück über das Schweigen, sondern ein Stück über das Sprechen, das sich am Schweigen entzündet."
Premiere Mittwoch, 6. Februar, 20 Uhr in den FFT Kammerspielen, Jahnstraße 3. Weitere Vorstellungen: 7. und 8. Februar, jeweils 20 Uhr. Tickets gibt es unter Tel: 87 67 87 18.
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