Stromstöße von der Spülmaschine

Wegen angeblich schmerzhafter Stromstöße beim Einräumen ihrer Spülmaschine sowie ständiger Lebensgefahr durch mangelhafte Elektroinstallation in einer Wohnung in der Veehstraße zieht eine 29-jährige Mieterin gegen den Wohnungseigentümer vor Gericht. Per Zivilklage fordert die Frau, die seit Mitte 2013 nicht mehr in der Wohnung in Eller wohnt, beim Amtsgericht 1000 Euro Schmerzensgeld, 1400 Euro Schadensersatz plus die Rückzahlung von 1470 Euro Kaution. Der Richter prüft aktuell, ob die Klage Aussicht auf Erfolg hat und der Prozess von der Staatskasse vorfinanziert wird.

Ein Zimmer, Küche, Diele, Bad mit insgesamt 58 Quadratmetern für knapp 600 Euro: Wie geschaffen schien die Wohnung für die Mieterin, und doch hielt sie es dort nur von April 2012 bis Juli 2013 aus. Wegen unzureichender Strom-Absicherungen sowie einem permanenten Kriechstrom von 120 Volt in den Feuchträumen lebte die Frau laut Klage monatelang in ständiger Todesangst.

Schon im Mai 2012 habe ein befreundeter Elektriker gravierende Sicherheitsmängel in der Wohnung entdeckt. Der Vermieter aber habe jede Nachprüfung oder gar Reparatur strikt abgelehnt. Ergebnis: Bis September 2012, als die Frau die Missstände auf eigene Kosten beheben ließ, bekam sie in ihrer Wohnung angeblich zehn Stromstöße, jedes Mal begleitet von „heftigen Schmerzen und Kribbeln in Händen und Armen“.

Erst nach dem zehnten Stromschlag habe eine von ihr beauftragte Elektrofirma festgestellt, dass es zwar einen Hauptsicherungsschalter gab, aber der sei „nur eine Attrappe“ gewesen, so die Frau in ihrer Klage. Auch ein Mitarbeiter des Mietervereins habe die Zustände als „rundum lebensgefährlich“ bezeichnet. Für jeden der angeblichen Stromstöße fordert die Frau 50 Euro Schmerzensgeld von ihrem Ex-Vermieter plus 50 Euro für die psychische Belastung.

Der Rest der Klagesumme sei Schadenersatz, den der Hauseigentümer leisten müsse, fordert die Frau.