Streit um neue Pläne fürs Glasmacherviertel

Der Baustart des neuen Wohnquartiers Glasmacherviertel in Gerresheim wird sich wohl weiter verschieben. Grund: Das Verkehrskonzept muss überarbeitet werden.
Der Baustart des neuen Wohnquartiers Glasmacherviertel in Gerresheim wird sich wohl weiter verschieben. Grund: Das Verkehrskonzept muss überarbeitet werden.
Foto: Patrizia
Was wir bereits wissen
Neues Verkehrskonzept sieht eine zweispurige Hauptstraße und einen Radschnellweg vor. Dadurch verschiebt sich der Baustart.

Düsseldorf..  Der Ärger in der letzten Stadtratssitung vor der Sommerpause am Donnerstag war vorprogammiert. Thema: Glasmacherviertel. Wie Planungsdezernent Gregor Bonin bereits während der Sondersitzung am Dienstag durchblicken ließ, wird sich der Baustart in Gerresheim wohl weiter verzögern, weil das Verkehrskonzept noch einmal überarbeitet werden musste. Martin Volkenrath, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, sprach im Rat von einem „dynamischen und flexiblen Prozess“, um die Vorlage noch vor den Ferien in den Rat zu bringen. Die CDU stimmte dem Beschluss erwartungsgemäß nicht zu.

Das geänderte Konzept sieht unter anderem eine nur zweispurige (statt vierspurige) Verlängerung von Torfbruch- und Heyestraße vor. Zudem will die Ampel-Koalition von SPD, FDP und Grüne eine neue Bahnlinie in den Stadtteil bringen, für eine bessere Anbindung der rund 3000 Menschen, die nach Gerresheim aufs frühere Glashüttengelände ziehen werden. Zudem ist ein Radschnellweg geplant. Dafür werden 30 Millionen Euro veranschlagt.

Angelika Penack-Bielor von der CDU-Ratsfraktion sprach gestern von einem „intransparenten und nicht problemlösenden Konzept, das keinesfalls den Bürgerinteressen entspricht“. Neue Straßen würden zudem für die vielen Pendler gebraucht, die täglich durch Gerresheim fahren – zum Beispiel aus Erkrath, Hilden oder Grafenberg. Ein Radschnellweg wäre da nicht die richtige Lösung.

Das wiederum brachte Norbert Czerwinski (Grüne) als bekennenden Radler gehörig auf die Palme. Er nannte die Politiker der Düsseldorfer CDU „Schönwetterradler“ und schimpfte: „Alles, was Sie bislang zur Entlastung von Verkehrsströmen beigetragen haben, hatte mit Beton zu tun. Das sieht man ja an der Wehrhahn-Linie.“

FDP-Fraktionsvize Manfred Neuenhaus wetterte ebenfalls gegen den früheren Koalitionspartner: „Die CDU hat uns 15 Jahre lang eine Ortsumgehung Gerresheim versprochen. Realisiert wurde – nix.“