Streik wirkt sich auf Busverkehr aus
02.02.2010 | 18:46 Uhr 2010-02-02T18:46:00+0100Erkrath. Am Donnerstag kommt der öffentliche Nahverkehr im Kreis fast gänzlich zum Erliegen. Der Winterdienst legt die Arbeit nicht nieder.
Das Recht zu streiken ist ein demokratischer Segen. Doch insgeheim hat sicherlich schon jeder einmal darauf geflucht. Insgeheim, morgens an der Bushaltestelle, wo der Pendler wartet und der Bus nicht kommt. So ein Szenario erwartet den Kreis Mettmann am Donnerstag. Dann legt der öffentliche Dienst teilweise die Arbeit nieder, Verdi hat zum Warnstreik aufgerufen.
Speziell der Nahverkehr ist davon massiv betroffen. Die Rheinbahn hat angekündigt, dass für 24 Stunden kein Bus fahren wird. Das gilt auch für die Ortsbuslinie in Hilden. Die Bahnen der Stadt Monheim (BSM) haben hingegen angekündigt, dass sie die Arbeit nicht niederlegen. Trotzdem wird das Busfahren auch in Monheim morgen zum Lotteriespiel. Denn: Fahrer von Rheinbahn und BSM teilen sich den Fahrplan. „So kann es sein, dass eine Fahrt ausfällt und die nächste wiederum nicht”, erklärt BSM-Betriebsleiter Michael Hamann.
Busfahren als Lotteriespiel
Wer sicher gehen will, dass der Bus auch wirklich kommt, solle vorher eine Servicenummer des Verkehrsunternehmen wählen. Unter 02173/95 74 37 können Fahrgäste erfahren, wo der Plan Lücken aufweist. „Wir haben zudem ein Reservefahrzeug in der Hinterhand”, so Hamann. Das könne per Funk angefordert werden, wenn sich an einer Haltestelle aufgrund von Ausfällen eine Menschentraube sammeln würde. Auf den Schienen der Deutschen Bahn ist normaler Betrieb angekündigt.
Gleiches gilt für die konfessionell gebundenen Kliniken in Hilden, Langenfeld und Monheim. „Wir haben kein Streikrecht”, informiert Cerstin Tschirner, Sprecherin des K-Plus-Verbundes. Anders sieht es bei den Rheinischen Kliniken in Langenfeld aus. Hier hat Verdi explizit zum Streik aufgerufen. Bereits heute um 12 Uhr ist hier eine Verdi-Aktion geplant. Treffpunkt ist an der Pforte des Haupteingangs (Kölner Straße 82).
Wie sich der Streik in den Rathäusern auswirkt ist von Stadt zu Stadt verschieden. Zum Verdi-Bezirk Düsseldorf gehören Hilden und Erkrath. Geschäftsführer Gustav Wilden sagt: „Einer unserer Schwerpunkte liegt auf Hilden.” Erkrath werde weniger betroffen sein. Der Bürger könnte Auswirkungen bei Einrichtungen wie dem Bauhof und dem Bürgerbüro merken. Zu Details gab Wilden keine Auskunft: „Ein Warnstreik lebt auch von der Spontaneität. Im Prinzip rufen wir alle auf.”
Nur spontane Aktionen in den Rathäusern
Langenfeld und Monheim werden von Verdi Rhein-Wupper verwaltet. Geschäftssekretär Lothar Reitzer vermeldete gestern noch keine konkreten Pläne für die beiden Städte. Aber: „Es kann gut sein, dass wir noch spontan etwas machen.” Michael Hohmeier, Stadt-Sprecher in Monheim, zu seiner Erfahrung der letzten Jahre: „Bei Warnstreiks im Rathaus war es eigentlich immer so, dass die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter für etwa eine Stunde pausiert haben.”
Ein städtisches Arbeitsfeld hat die Gewerkschaft übrigens explizit ausgenommen. Autofahrer werden erleichtert sein, der Winterdienst der Städte soll nicht bestreikt werden.
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