Düsseldorf
Streik! Kein Bus, keine Bahn fährt
20.02.2008 | 20:05 Uhr 2008-02-20T20:05:20+0100TARIFKONFLIKT. Gewerkschaft Verdi will morgen den Verkehr in Düsseldorf lahmlegen. Bis zu 700 000 Fahrgäste betroffen. Lange Staus auf den Straßen. Auch die Müllmänner kommen nicht zur Arbeit.
Die Gewerkschaft macht mobil. So mobil, dass alle Räder still stehen. Morgen droht ein riesiges Verkehrschaos in der Landeshauptstadt. Keine Bahn, kein Bus soll am Freitag aus dem Betriebshof rollen. Verdi hat über 2400 Rheinbahner zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind fast 700 000 Fahrgäste.
Die Auswirkungen werden enorm sein: Viele Jugendliche wissen nicht, wie sie zur Schule kommen sollen. Pendler versuchen, auf S-Bahnen auszuweichen, bei einem Kollegen im Auto mitzufahren oder sich ein freies Taxi zu nehmen, was an diesem Tag schwer gelingen dürfte. Da zahlreiche Rheinbahn-Kunden morgen auf das Auto umsteigen werden, befürchtet die Polizei lange Staus auf den Hauptverkehrsadern. Die ganze Stadt ein Nadelöhr.
Noch rechtzeitig informiert
Immerhin hat Verdi-Geschäftsführer Gustav Wilden dafür gesorgt, dass sich die Verkehrsteilnehmer auf die neue Situation noch rechtzeitig einstellen können. Gestern um 17 Uhr war es offiziell.
Wilden hält die Fäden in der Hand. "Wir müssen den Druck erhöhen", sagt er seinen Gefährten. Im Gewerkschaftshaus an der Bastionstraße brennt am Abend noch Licht. Eine Lagebesprechung nach der anderen. Der Rat der Streikerfahrenen ist gefragt. Die, die wissen, wo die Nadelstiche besonders weh tun.
Bei der Rheinbahn sind es die fünf Betriebshöfe. Dort werden die Streikenden schon Freitag in aller Frühe dafür sorgen, dass die fast 700 Bahnen und Busse in den Depots bleiben. Zwar sind heute nur noch 70 Prozent der Beschäftigten Mitglied bei Verdi. Doch das reicht, um ein Verkehrsunternehmen lahm zu legen.
Die Rheinbahn-Zentrale weiß das: "Wir können nicht viel machen, sondern nur um Verständnis bitten. Unsere Kunden müssen davon ausgehen, dass wir am Freitag nicht fahren", erklärt am Abend Sprecher Georg Schumacher.
Notpläne aufgestellt
Am Freitag streiken auch die Müllmänner den ganzen Tag. Zu einem zweistündigen Ausstand werden die Stadtwerke-Beschäftigten aufgerufen. Versorgungsengpässe gibt es nicht. Notpläne sind aufgestellt.
11:53
Ich finde das eine frechheit. DIe Bahnfahrer bekommen mehr als viele andere als Lohn. Für das Gehalt würde ich locker arbeiten. FInd es toll das wir 70 EUro im Monat an Fahrkarte zahlen und dann jetzt gucken können wie wir weg kommen!! Ich kann mir kein Taxi leisten und hier fahren nur Strapenbahnen. So viele Menschen haben keine Arbeit und würden sich so über den Job freuen
10:18
Verständlich dass der Druck weiter erhöht wird - da müssen wir als Bürger jetzt durch. Ich hab vollstes Verständnis für die Beschäftigte im öD, schließlich mussten sie in den letzten JAhren schon immer Null- und minusrunden hinnehmen; wenn man jetzt noch das provozierende Angebot der Arbeitgeber sieht, kann ich die Wut nur allzu gut verstehen! Dann fahr ich morgen auch gerne in der überfüllten S-Bahn....;)