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Streik! Die Taxifahrer waren die Gewinner

22.02.2008 | 19:40 Uhr

TARIFKONFLIKT. Verdi legt öffentlichen Nahverkehr lahm. Nur S-Bahnen und wenige Busse fuhren. Chaos blieb aus. Viele Pendler zu Fuß oder mit Rad.

Die U-Bahnhöfe sind geschlossen. Auch die Straßenbahnen und die meisten Busse fahren nicht. Nur die S-Bahnen bleiben im Takt. Um 3.36 Uhr früh zieht die Gewerkschaft Verdi gestern die Bremse. 1800 Rheinbahner folgen dem Warnstreik-Aufruf. Fast 700 Bahnen und Busse bleiben im Depot. Ein großer Teil des öffentlichen Nahverkehrs ist für einen ganzen Tag lahmgelegt. Doch der befürchtete Kollaps bleibt aus. Zwar meldet die Polizei am Morgen: Oberkasseler Brücke, Kniebrücke, Theodor-Heuss-Brücke dicht. Ebenso die Fischerstraße bis zum Tausendfüßler. Auf der A 52 bildet sich ein Stau bis nach Kaarst. Doch irgendwie erreicht fast jeder sein Ziel - ob mit Auto, auf dem Fahrrad, oder zu Fuß.

Ein Tag mit Gewinnern und Verlierern: Über einen Riesen-Umsatz freut sich das Taxigewerbe, aber viele Kunden sind verärgert, weil sie so lange warten müssen.

"Ansturm wie Silvester"

Wer die Rufnummer der Taxi-Zentrale wählt, hört oft nur das Besetzt-Zeichen. "Wir hatten am Morgen Zeiten, wo man bei uns nicht durchkam", berichtet Günther Kaufhold, kaufmännischer Leiter bei der Taxi-Innung. "Wir hatten einen Ansturm wie Silvester."

Bereits um acht Uhr früh sind 1100 der 1300 Taxen im Einsatz. Wer vorbestellen will, dem wird höflich, aber bestimmt abgesagt. Kaufhold: "Wir wissen ja nicht, ob dann überhaupt ein Wagen zur Verfügung steht."

Die meisten Pendler haben Vorsorge getroffen und Mitfahrgemeinschaften mit Kollegen oder Nachbarn gebildet. Schüler, die einen langen Weg haben, sind zu Hause geblieben. Größere Unterrichtsausfälle hat es aber nicht gegeben.

Am Hauptbahnhof machen sich Tausende Fahrgäste, die mit der S-Bahn gekommen sind, zu Fuß auf dem Weg zur Arbeit. Auf der Oberkasseler Brücke staut es sich diesmal auch auf dem Radweg.

Schleppend läuft das Geschäft für die Einzelhändler an. Um 10 Uhr morgens sind nur wenige Kunden in den Kaufhäusern. Der Markt auf dem Carlsplatz füllt sich erst am Mittag.

MICHAEL MÜCKE

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