Streik betrifft 700.000 Fahrgäste der Rheinbahn
03.02.2010 | 10:17 Uhr 2010-02-03T10:17:00+0100
Düsseldorf. Jetzt wird es ernst: Donnerstag ruft Verdi zu einem ganztägigen Warnstreik bei der Rheinbahn auf. Alle 320 Bahnen und die meisten der 400 Busse fahren einen Tag lang nicht. 700.000 Fahrgäste müssen sehen, wie sie zur Arbeit oder zur Schule kommen. Auch viele Müllmänner wollen streiken.
Morgen bleiben alle 320 Bahnen und die meisten der 400 Busse der Rheinbahn in den Depots. Die Gewerkschaft Verdi will am Donnerstag mit einem ganztägigen Warnstreik den öffentlichen Nahverkehr praktisch lahmlegen. Bis zu 700.000 Fahrgäste sind betroffen und müssen auf Auto, Taxi und Rad umsteigen oder zu Fuß gehen. Immerhin: Wenigstens die S-Bahnen und Regionalzüge werden weiter fahren.
Verdi-Geschäftsführer Gustav Wilden spricht vom „großen Aktionstag". Was er damit meint, ist dies: Die in Tarifkonflikten kampferprobte Gewerkschaft, die insgesamt fünf Prozent mehr Geld fordert, lässt die Muskeln spielen, um Druck auf die Arbeitgeber zu machen. Wenn sich bei den Verhandlungen nichts bewegt, dann stehen eben auch bei der Rheinbahn die Räder still - so wie zuletzt bei den großen Protestaktionen vor genau zwei Jahren.
Verkehrskollaps lässt sich nicht verhindern
Die Rheinbahn-Zentrale ist seit mehreren Tagen vorgewarnt, den Verkehrskollaps wird sie aber nicht verhindern können. Der Vorstand weiß, dass die Streikenden perfekt organisiert sind, die im Nu die Signale auf Rot setzen können. Das Unternehmen versucht, wenigstens einige Buslinien vor allem in die Umlandgemeinden weiter zu betreiben. Sie kann theoretisch bis zu 100 Busfahrer einsetzen, die bei Fremdfirmen beschäftigt sind und sich nicht am Warnstreik beteiligen dürfen.
Auch sollen einige Busse zwischen den wichtigsten Stationen in der Innenstadt pendeln, etwa zwischen S-Bahnhof Bilk und Uni. Bis morgen will die Rheinbahn einen Notfall-Fahrplan erarbeiten, der im Internet abrufbar ist und an neuralgischen Haltepunkten an die Kunden verteilt wird. Mehrere Dutzend Service-Mitarbeiter werden dort über Ausfälle und Alternativen informieren. Außerdem gibt es seit Dienstag Warnhinweise auf allen elektronischen Fahrgast-Anzeigen an Haltestellen und in U-Bahnhöfen, die am Donnerstag geschlossen bleiben. Weitere Auskünfte erteilt die Rheinbahn unter der Rufnummer 01803 50 40 30.
Die Kitas bleiben geöffnet
Nicht nur der Nahverkehr ist morgen betroffen. Auch die Müllmänner der Awista und die Stadtwerke sind am Donnerstag zum Warnstreik aufgerufen, ebenso einzelne Behörden der Stadtverwaltung.
Eltern müssen sich aber vorerst keine Sorgen machen: Die Kitas bleiben morgen geöffnet. Und Stadtwerke-Sprecher Juan-Cava Marin versichert: „Die Versorgung mit Strom, Wasser und Wärme ist gesichert."
Protestzüge durch die Stadt
Verdi organisiert für Donnerstag zwei große Protestzüge. Treffpunkt ist um neun Uhr vor dem Technischen Rathaus an der Brinckmannstraße und vor der Stadtwerke-Zentrale am Höherweg.
Einen Vorgeschmack für den Tarifstreit bekommen bereits am Mittwoch die Sana-Klinik in Benrath und die Rheinischen Kliniken in Gerresheim zu spüren. Dort werden die Beschäftigten dazu aufgerufen, von 12 bis 14 Uhr die Arbeit niederzulegen.
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