Straßenbahn auf Kollisionskurs
17.02.2009 | 18:58 Uhr 2009-02-17T18:58:00+0100Die Zahl der Straßenbahn-Unfälle ist im vergangenen Jahr dramatisch angestiegen - um über 68 Prozent!
Die Polizei registrierte 148 Crashs, bei denen 130 Verkehrsteilnehmer (+ 56,6 %) verunglückten. Dabei wurden zwei Menschen getötet und 21 schwer verletzt. Die meisten Zusammenstöße ereigneten sich beim falschen Abbiegen und Wenden von Autofahrern. Auch alarmierend: Unter den Verkehrsopfern sind 27 Fußgänger - viele hatten beim Queren der Gleise die Bahn zu spät gesehen. Jetzt ist Ursachenforschung angesagt. Die Rheinbahn wurde um eine Analyse gebeten. Doch die dauert. „Eine Antwort haben wir noch nicht bekommen”, so der Leiter der Verkehrsdirektion, Martin Vonstein.
Sorgen bereitet Polizeipräsident Herbert Schenkelberg das auffallend gestiegene Fehlverhalten von Autofahrern gegenüber Passanten. Allein 346 Zusammenstöße mit Fußgängern (eine Zunahme von fast 30 Prozent!) wurden von Autofahrern verursacht. Gegenüber den Beamten sagten viele immer denselben Satz: „Ich habe den Fußgänger nicht gesehen.”
Woran liegt es? Unachtsamkiet, Rücksichtslosigkeit, Überforderung, zu dunkle Kleidung - es gibt viele Antworten. Das Präsidium will sie bündeln und gemeinsam mit der Stadt, der Verkehrswacht und der Rheinbahn gegensteuern. In wenigen Wochen soll eine Kampagne starten, um die Schwächsten im Straßenverkehr besser zu schützen. Insgesamt stieg die Zahl der verunglückten Fußgänger um über neun Prozent, bei den Jugendlichen sogar um 25 Prozent. Acht Fußgänger wurden getötet, 113 schwer und und 402 leicht verletzt.
Die positiven Aspekte aus dem Verkehrsbericht 2008 der Polizei:
Die Zahl der Schwerverletzten (374) ist die zweitniedrigste seit 1955, die der Verunglückten ingesamt (2922) auf dem tiefsten Stand seit 1960.
Es verunglückten über acht Prozent weniger Kinder (234) im Straßenverkehr.
Polizeipräsident Schenkelberg führt dies auch auf die verstärkten Verkehrskontrollen im gesamten Stadtgebiet zurück. Dabei wurden über zwölf Prozent mehr Anzeigen erstattet und Verwarnungsgelder verhängt. In nur einem Jahr ertappte die Polizei fast 72 000 Verkehrssünder, darunter über 30 900 Autofahrer, die zu schnell fuhren.
Die Polizei will auch dieses Jahr konsequent gegen diejenigen vorgehen, die die Verkehrsregeln missachten, sich und andere damit unnötig in Gefahr bringen. „Der von uns eingeschlagene Weg der verschärften Kontrollen ist richtig”, betonte Schenkelberg.
Die Ermittlungen gegen Unfallverursacher, die flüchteten (im Vorjahr waren es knapp 5000), wurden bereits verstärkt. Mit Erfolg: Über 73 Prozent der Unfallfluchten wurden aufgeklärt.
10:08
Als Fußgänger fühle ich mich schon seit langem nicht mehr sicher auf der Straße, weil wohl Rücksichtslosigkeit das Gebot der Stunde ist. Oftmals habe ich schon miterlebt, dass Verkehrsvergehen von Polizeistreifen nicht geahndet wurden. Wozu brauchen wir dann überhaupt noch eine Straßenverkehrsordnung?
08:35
Wie so steht da nicht Falschabbieger auf Kollisionskurs? Denn das ist ja, wie nachzulesen, die häufigste Ursache für derartige Unfälle.