Stele erinnert seit gestern an Hilarius Gilges

Eine Stele erinnert nun an der Rheinuferpromenade unmittelbar südlich der Oberkasseler Brücke an den von Nationalsozialisten ermordeten Düsseldorfer Bürger Hilarius Gilges. Er gehört, wie die NRZ am Samstag berichtet hatte, zu den ersten Mord-Opfern der Nazis in Düsseldorf 1933.

„Ich bin mir sicher, dass diese Stele, die eingebettet ist in eine vielfältige und vorbildliche Landschaft der Erinnerungskultur in unserer Stadt, dazu beitragen kann, die Erinnerung wach zu halten an Hilarius Gilges – und an all’ die furchtbaren Geschehnisse, die in den zwölf Jahren der nationalsozialistischen Terrorherrschaft noch folgten“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel anlässlich der Enthüllung der Stele am gestrigen Sonntag. „Nehmen wir die darin enthaltene Mahnung ernst, damit sich Ereignisse wie damals nicht wiederholen. Seien wir wachsam für gefährliche Tendenzen und treten ihnen entschlossen entgegen.“ Nach der Begrüßung durch Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner erinnerte die Vorsitzende des Arbeitskreises Gedenkorte im Stadtbezirk 1, Annette Klinke, an das kurze Leben von Hilarius Gilges.

Seit dem Jahre 1988 erinnert am Rheinufer ein Halbrelief der Künstlerin Hannelore Köhler an Hilarius Gilges. Da es inzwischen stark verwittert ist und daher kaum registriert wird, soll nun eine neue Stele mit einem Text, der dem neuesten Forschungsstand entspricht, der Erinnerung und Mahnung zugleich dienen.

Der Leichnam von Hilarius Gilges wurde am Morgen des 21. Juni 1933 am Rheinufer gefunden. Gilges war am 28. April 1909 als Sohn einer Düsseldorfer Arbeiterin und eines Afrikaners geboren worden. Der junge „Lari“, der in der ganzen Altstadt bekannt war, gehörte seit Mitte der 1920er-Jahre dem Kommunistischen Jugendverband und der Kommunistischen Partei an. Er wirkte als Laienschauspieler in einer Gruppe mit, die auf Versammlungen oder Kundgebungen Spielszenen aufführte. Diese Agitationsgruppe „Nordwest ran“ stand unter der Leitung des Düsseldorfer Regisseurs Wolfgang Langhoff. Aufgrund seiner Hautfarbe und seines politischen Engagements war er den Düsseldorfer Nationalsozialisten besonders verhasst. Seit deren Machtübernahme lebte Gilges mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern in einer Situation permanenter Gefahr. Am Abend des 20. Juni zerrten ihn SA- und SS-Angehörige aus seiner Wohnung an der Ritterstraße zum Rheinufer, wo sie ihn folterten und schließlich töteten. Die Täter wurden nie belangt – auch nicht nach 1945.