Steht das Düsseldorfer Schauspielhaus vor dem Aus?

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel spricht in seinem Video-Blog über die Zukunft des Düsseldorfer Schauspielhauses. Das Kulturobjekt am Gustaf-Gründgens-Platz ist seit Jahren sanierungsbedürftig.
Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel spricht in seinem Video-Blog über die Zukunft des Düsseldorfer Schauspielhauses. Das Kulturobjekt am Gustaf-Gründgens-Platz ist seit Jahren sanierungsbedürftig.
Foto: Screenshot
Was wir bereits wissen
Die Zukunft des Schauspielhauses in der Landeshauptstadt steht auf dem Spiel. Für den Düsseldorfer Oberbürgermeister kommt auch ein Verkauf in Frage.

Düsseldorf.. Kaum ist die Tour de France nach langer Diskussion für Düsseldorf gesichert, steht der nächste Polit-Streit ins Haus. Im Mittelpunkt steht diesmal das Sorgenkind Schauspielhaus. In seinem Video-Blog sinniert Oberbürgermeister Thomas Geisel über die Zukunft der Düsseldorfer Kulturstätte.

In weiser Vorausahnung bemerkt er: „Es gibt eine neue Aufregerdiskussion in unserer Stadt.“ Und die ist programmiert: „Brauchen wir diesen Standort für das Schauspielhaus?“, fragt Thomas Geisel in die Kamera und möchte damit Denkanstöße geben, die für ihn jedoch noch weiter gehen. Denn gegenüber dem Express ließ der Oberbürgermeister zuletzt verlauten: „Viele sagen, im Central ist das Schauspiel auch gut untergebracht. Vielleicht gibt es einen Investor, der im Schauspielhaus ein Kongresszentrum oder ähnliches errichtet.“

Schauspielhaus gerade im Aufwind

Fraktionsübergreifend muss sich Geisel mit seiner Idee jedoch auf Gegenwind gefasst machen: „Das ist schon doll sowas in die Welt zu setzen“, findet Bürgermeister Friedrich Conzen (CDU), „unser Schauspielhaus ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Kultur und Aushängeschild für Düsseldorf.“ Gerade jetzt, wo das Schauspielhaus wieder gut läuft und wachsende Besucherzahlen und Aufführungen vorweisen kann, könnten Diskussionen um einen Neubau oder Umzug dem Erfolg des Kulturhauses am Gustaf-Gründgens-Platz einen Dämpfer verpassen. „Das Schauspielhaus soll besser zügig saniert werden, dann kann auch in zukünftigen Spielzeiten mit noch mehr Besuchern gerechnet werden“, so Conzen. Für die Sanierung dürfte die Stadt einiges an Zeit haben, denn für den Bau des zweiten Kö-Bogens soll das Schauspielhaus ohnehin etwa zweieinhalb Jahre geschlossen bleiben.

Auch aus den eigenen Reihen wird Kritik an den Plänen geübt: „Der Abriss ist keine Lösung“, sagt SPD-Fraktionschef Markus Raub. Sowieso bleibt in der Debatte um eine private Übernahme des Schauspielhauses fraglich, welcher private Investor ein sanierungsbedürftiges und denkmalgeschütztes Gebäude für Kongresszwecke erwerben will. „Vielmehr sollten wir darüber diskutieren, welche Maßnahmen für eine Sanierung notwendig sind und wieviel diese konkret kosten würden“, so Clara Gerlach, kulturpolitische Sprecherin der Grünen.

Podiumsdiskussion für November geplant

Auch Wilfried Schulz, seit diesem Jahr Schauspielhaus-Intendant, findet klare Worte: „Es wäre ein Alptraum, das Schauspielhaus als Ganzes zur Disposition zu stellen. In einer deutschen Großstadt habe ich so etwas noch nicht erlebt.“ Im November ist deshalb eine Podiumsdiskussion im Schauspielhaus geplant, bei der unter anderem eine Studie zur Sanierung der Düsseldorfer Kulturstätte vorgestellt und diskutiert werden soll.