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Stammzellen-Klinik XCell in Düsseldorf geschlossen

25.05.2011 | 06:00 Uhr
Stammzellen-Klinik XCell in Düsseldorf geschlossen
Ärzte der XCell-Klinik in Düsseldorf-Heerdt versprachen Patienten sie mit ihren eigenen Stammzellen zu therapieren, die sie ihnen ins Gehirn spritzten - eine höchst umstrittene Therapie. Jetzt ist die Klinik geschlossen.

Düsseldorf.   Die umstrittene XCell-Klinik ist vorerst geschlossen. Sie bot Patienten an, sie mit ihren eigenen Stammzellen zu therapieren. Ob die Klinik diese aber für medizinische Zwecke einsetzen durfte, ist fraglich. Es gab mehrere Zwischenfälle.

Das Aus für die umstrittene XCell-Klinik in Heerdt: Die Bezirksregierung Köln und das Gesundheitsministerium haben dem Unternehmen die Stammzellen-Therapie untersagt. Damit hat die Klinik ihre Arbeit eingestellt.

„Die Räume sind dunkel“, bestätigt die Geschäftsführerin des Dominikuskrankenhauses, in dessen Haus die private Klinik Mieter ist. Gekündigt wurde aber noch nicht. Das Krankenhaus wartet erst einmal ab, wie es weiter geht.

Stammzelltherapie gegen angeboten

Die XCell-Center genannte Privatklinik mit Hauptsitz in Köln hatte vielen Menschen große Hoffnungen gemacht. Denn sie bot Patienten an, sie mit ihren eigenen Stammzellen aus dem Knochenmark zu therapieren, ihnen bei Diabetes, Schlaganfall, Parkinson, Alzheimer und vielen weiteren Krankheiten zu helfen.

Die Therapie war jedoch sehr umstritten . Experten warnten regelmäßig, die Methode sei erst im Experimentierstadium, noch sei überhaupt nicht nachgewiesen, dass sie funktioniere. Daher sei das hohe Risiko der Eingriffe - unter anderem wurden Stammzellen ins Gehirn gespritzt - nicht zu verantworten.

Mehrere Zwischenfälle

Tatsächlich hatte es mehrere Zwischenfälle in der Klinik gegeben. Ein anderthalbjähriger schwer behinderter Junge starb nach einem Eingriff, ein neunjähriger Junge erlitt schwerste Blutungen, konnte aber im Uniklinikum gerettet werden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in beiden Fällen wegen fahrlässiger Tötung beziehungsweise fahrlässiger Körperverletzung. Sie wartet auf das Gutachten eines Sachverständigen, der prüfen soll, ob die zuständige Ärztin Kunstfehler beging, aber auch ob die Klinik überhaupt diese Therapie anwenden durfte.

Stammzellen-Präparat als gefährliches Medikament eingestuft

Denn das Vorgehen bewegte sich in einer Grauzone. XCell durfte Stammzellen herstellen. Ob das Unternehmen diese als Medikament verwenden durfte, ist strittig: Das Paul-Ehrlich-Institut (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) hatte das Stammzellen-Präparat als gefährliches Medikament eingestuft, das XCell nicht hätte verwenden dürfen.

Jetzt haben die Behörden die Behandlung untersagt. XCell hätte Einspruch einlegen können, hat darauf aber nach Auskunft des Ministeriums verzichtet.

Katharina Rüth

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2011-05-25 06:00
Düsseldorf