Stadtwerke setzen auf Wind und Sonne
16.01.2010 | 06:00 Uhr 2010-01-16T06:00:00+0100Düsseldorf. Die Stadtwerke stellen die Weichen für die Zukunft neu. Sie wollen in den nächsten zehn Jahren jede zweite Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (Nutzung der Produktionshitze) erzeugen.
Damit würde die Eigenproduktion deutlich erhöht.
Der Vorstand plant, noch in der ersten Jahreshälfte eine Gesellschaft für Windkraft und Photovoltaik zu gründen. „Wir wollen dafür Investitionen in erheblichem Umfang tätigen”, kündigt Stadtwerke-Sprecher Juan Cava-Marin auf NRZ-Anfrage an.
Die Experten im Versorgungsunternehmen haben längst erkannt, dass man mit Öko-Energie auch gute Geschäfte machen kann. Von diesem Zukunftsmarkt wollen sich die Düsseldorfer Versorger nicht verdrängen lassen. „Wir haben bereits viele Erfahrungen mit erneuerbaren Energien gemacht und wir werden unser ganzes Know-How nutzen”, betont Cava-Marin. So betreiben die Stadtwerke das in seiner Art größte Biomasse-Heizkraftwerk in NRW, das 40 Prozent des Wärmebedarfs der 20 000 Anwohner in Garath deckt. Ebenfalls ein Erfolg: Seit 2004 rotieren zwei Windräder in Willich und versorgen bis zu 8000 Menschen mit Strom.
Stadtwerke-Vorstandsmitglied Rainer Pennekamp denkt da noch an viel größere Dimensionen. Die Chancen dafür soll die zu gründende Gesellschaft ausloten und konkrete Großprojekte in Angriff nehmen. Möglich wäre, dass die Stadtwerke auf ländlichem Raum Windenergie-Anlagen realisiert oder sich mit anderen Erzeugern zusammen tut und sich an den großen Offshore-Windparks etwa in der Nordsee beteiligt
Für die bessere Nutzung der Sonnenenergie gibt es verschiedene Wege. Zum einen das Bürgersolarprojekt, wo Düsseldorfer sich finanziell an Photovoltaik-Anlagen beteiligen. Zum anderen könnten die Stadtwerke auf größeren Flächen selbst die Sonne anzapfen und den Strom in das Netz speisen. Das Unternehmen würde dann sozusagen eigene Solar-Kraftwerke betreiben.
Völlig unklar ist noch, ob und in welcher Dimension das neue Kraftwerk im Hafen gebaut wird. Möglicherweise wird es auch dieses Jahr dazu noch keine Entscheidung geben. Die Stadtwerke arbeiten an einem Konzept für ein Erdgas-Kraftwerk. Die Pläne für einen Kohle-Block sind nach heftigem Widerstand aus der Politik auf Eis gelegt.
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