Stadtwerke Düsseldorf rechnen wegen Atomdeal neu
08.09.2010 | 18:09 Uhr 2010-09-08T18:09:00+0200
Düsseldorf.Viele Stadtwerke in Deutschland sind über die von der Bundesregierung beschlossene Laufzeitenverlängerung der Atommeiler enttäuscht und befürchten hohe Verluste. Die Stadtwerke in Düsseldorf halten sich mit einem Kommentar zurück.
Nach dem Atomkonsens könnten Milliarden-Investitionen der Kommunen in erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen blockiert werden, protestiert der Verband kommunaler Unternehmen. Auch die Düsseldorfer Stadtwerke sind Mitglied in diesem Verband. Doch den Atomkonsens „möchten wir nicht kommentieren“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Juan Cava-Marin auf NRZ-Anfrage. „Wir werden prüfen, welche Auswirkungen das auf uns hat.“ Schließlich stehen wichtige Entscheidungen an: Kann das geplante Gas-Kraftwerk (420 Megawatt) im Hafen tatsächlich gebaut werden?
Die Zurückhaltung des Versorgungsunternehmens am Höherweg zum Atombeschluss ist nachvollziehbar. Denn ein Nutznießer des neuen Kompromisses ist der Karlsruher Energiekonzern EnBW, der mit 54,9 Prozent die Mehrheit der Düsseldorfer Stadtwerke-Anteile hält. EnBW betreibt die Atomkraftwerke Philippsburg, Neckarwestheim und Obrigheim in Baden-Württemberg mit einer Leistung von über 4600 Megawatt. Die Laufzeitenverlängerung gebe nun „Planungssicherheit“, so EnBW. Die Entscheidung der Bundesregierung sei „grundsätzlich gut für den Energiestandort und auch für den Industriestandort Deutschland“, lobt EnBW-Chef Hans-Peter Villis.
Wie ändert sich der Strom-Markt?
Auch wenn ein Stadtwerke-Unternehmen möglicherweise andere Ziele vor Augen haben sollte, laute Kritik am Atomkurs des Mehrheitseigners ist aus Düsseldorf bestimmt nicht zu vernehmen. Da hält man sich lieber raus. Sehr wohl muss aber nun aufgrund der zu erwartenden Veränderungen auf dem Strom-Markt neu gerechnet und geprüft werden. Dabei ist folgendes Szenario nicht auszuschließen: Bleiben die Atommeiler länger am Netz, kann Strom von den Atombetreibern auf der Großhandelsbörse in Leipzig relativ günstig angeboten werden. Je niedriger die Preise aber liegen, um so weniger lohnt es sich für Stadtwerke, Strom selbst zu produzieren. Zurzeit wird jede siebte Kilowattstunde, die hier an Privatkunden verkauft wird, in einem Kernkraftwerk erzeugt.
Die weitere Entwicklung der Strompreise aufgrund des Atombeschlusses ist aber nur „ein Parameter“ für die Wirtschaftlichkeitsberechnungen des geplanten Gas-Kraftwerkes, berichtet Cava-Marin. Ein möglicherweise deutlich größeren Einfluss auf die Entscheidung wird die Antwort auf die Frage sein, wie teuer der Brennstoff für das Gas-Kraftwerk sein wird. Im kommenden Jahr werden die Stadtwerke dann den Daumen heben oder senken.
„An diesem Konzept halten wir bisher fest“
Und die anderen Zukunftsprojekte? In Wind- und Sonnenenergie-Projekte wollen die Stadtwerke über ihre Tochter „Grünwerke“ innerhalb von 20 Jahren 300 Millionen investieren. Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien (inklusive Fernwärme) bereits 50 Prozent der Stromproduktion ausmachen. „An diesem Konzept halten wir bisher fest“, so Cava-Marin. Bisher! Und später? Die Höhe der künftigen Investitionen hängt letztlich davon ab, wie stark Berlin diese tatsächlich fördern wird. Ende offen.
16:17
Und ich wette das der Strompreis demnächst mal wieder erhöht wird, weil jetzt ja die Kernkraftwerke nachgerüstet werden müssen, wenn auch nicht wirklich, so zumindest als Begründung.
Das die Industrie von der Laufzeitverlängerung profitiert, ja klar: Es müssen mehr Castorbehälter gebaut werden, die Kleidung der Polizei verschleißt stärker....
Allein wohin mit dem Müll. Das Lager Asse soll geräumt werden - keiner beantwortet die Frage wohin damit?
16:13
Das Übel beginnt in Gronau
16:03
Da können die privaten Stromverbraucher aufatmen, denn die Stadtwerke haben auf einen steigenden Strompreis spekuliert!