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Stadthaus: Hotel-Investor abgesprungen

27.08.2009 | 22:30 Uhr

Es ist ein echtes Filetstück in der Altstadt. Wenn die Gerichte zum Oberbilker Markt umgezogen sind, wächst an der Mühlenstraße das Andreas-Quartier mit exklusiven Wohnungen. Parallel dazu soll im Stadthaus ein Fünf-Sterne-Hotel mit 150 Zimmern entstehen.

Zweineinhalb Jahre verhandelte die Münchener „DERAG-Gruppe” mit der Stadtverwaltung darüber. Jetzt ist der potenzielle Investor abgesprungen und tritt verbal nach.

„Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass die Verwaltung uns derart massive Steine in den Weg gelegt hat”, moniert DERAG-Vorstandsmitglied Heinz Mayer. Durch das Scheitern des Projekts gehe der Stadt nicht nur eine immense Summen für den geplanten Verkauf verloren. Durch eine zweistellige Millionen-Investion hätten die Münchener ein historisch-gepflegtes Erscheinungsbild des Stadthauses auf Dauer gesichert.

Knackpunkt ist der Denkmalschutz. „In diese Hinsicht sind wir der Verwaltung sehr weit entgegen gekommen”, behauptet Mayer. Der Investor pocht aber darauf, Teile der Holzbalken-Deckenkonstruktionen auszutauschen. Diese seien mit dem Gift PCP und weiteren Schädlingen derart verseucht, dass sie nicht sanierbar seien, sondern für eine permanente Gesundheitsgefährdung sorgten.

Dem hält die Verwaltung entgegen: Aus Denkmalschutzgründen müssen die Balken bleiben. Punktum. Mit der Konsequenz: Der Investor könnte nur noch zwei Drittel des Stadthauses für den Hotelbetrieb nutzen. „Das wäre völlig widersinnig und würde sich für uns nicht rechnen, zumal der Verfall stetig fortschreiten würde”, betont Mayer, der doch noch auf ein Einlenken der Stadtverwaltung unter Federführung des Planungsamtes hofft. Fachdezernent Gregor Bonin ließ eine Anfrage unserer Zeitung zum Thema gestern unbeantwortet.

NRZ

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Kommentare
29.08.2009
16:36
Stadthaus: Hotel-Investor abgesprungen
von ErwinSchwarz | #1

Seltsam, wie man in Düsseldorf mit dem Denkmalschutz umgeht. Ein paar verseuchte Balken müssen bleiben und der gut funktionierende Tausendfüßler soll weg. Mir scheint, hier sind kleingeistige oder interessengelenkte Täter am Werk. Tja, irgendwie folgt Herr Bonin wohl noch immer der Spur seines längst verstorbenen Gönners.

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