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Stadt rettet die Sportfreunde

04.04.2008 | 23:45 Uhr

Rat beschließt ein Darlehen in Höhe von 80 000 Euro, um die Insolvenz des Baumberger Vereins zu verhindern.

Die Stadt gewährt den Sportfreunden Baumberg ein Darlehen in Höhe von 80 000 Euro. Das beschloss der Stadtrat am Donnerstag Abend in nichtöffentlicher Sitzung. Nach NRZ-Informationen kann der Fußballverein - die 1. Mannschaft spielt in der Verbandsliga (5. Liga) - nur durch diese Finanzspritze die Insolvenz vermeiden. Mit dem Geld begleicht der Klub Steuerschulden, die während der Amtszeit des inzwischen wegen Betruges verurteilten Schatzmeisters Ralph Wagner (die NRZ berichtete mehrfach) gemacht worden waren.

Das Darlehen bekommt der Verein unter der Bedingung, dass er das Geld ausschließlich für die Rückzahlung von Steuerschulden einsetzt. Bei Insolvenz hätte die Stadt Zugriff auf das Vereinsheim im Mega-Stadion an der Sandstraße. Verzinsung des Betrages: vier Prozent. Die Stadt stellt für das Darlehen außerplanmäßige Mittel bereit. Zudem verrechnet sie den Betrag mit dem Geld, das sie dem Verein für die Wartung der städtischen Anlage Mega-Stadion überweist.

Mit den 80 000 Euro sei das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht, sagen Insider. Sie gehen davon aus, dass die Sportfreunde noch mehr Geld benötigen werden, um auch die Schulden zu begleichen, die durch nicht gezahlte Sozialbeitäge angefallen sind. Der kommissarische Vorsitzende Wulf-Hinnerk Vauk war in seinen Schätzungen von einem deutlich geringeren Betrag ausgegangen, den der Verein dem Fiskus zurückgeben muss.

Die vorbildliche Jugendarbeit der Sportfreunde habe letztlich dafür gesorgt, dass sich eine breite Mehrheit für die Finanzhilfe entschieden hat. Die Peto-Fraktion war dagegen. Die Mitglieder erinnerten sich an die Insolvenz des Kulturvereins Sojus 7 vor ein paar Jahren. Damals hatte die Stadt kein Darlehen zur Rettung gewährt.

KLARTEXT80 000 Euro berappt die Stadt aus ihrem chronisch klammen Säckel, um den Sportfreunden aus der Patsche zu helfen. Das ist löblich, leistet der Verein doch gute Jugendarbeit, holt, wie man so schön sagt, die Kinder von der Straße. Zwar müssen sich die jetzigen kommissarischen Verantwortlichen den Vorwurf gefallen lassen, Ex-Schatzmeister Ralph Wagner nicht genauer auf die Finger gesehen zu haben. Die Hauptschuld am Chaos trägt aber der verurteilte Betrüger.

Die Geschichte mit dem Darlehen hat aber auch eine andere Seite. Vor Jahren war der Verein Sojus 7 zahlungsunfähig. Finanzielle Unterstützung wie jetzt bei den SFB gab es damals nicht. Die Dummen waren die Vorstandsmitglieder. Gegenbeispiel: Der Verein Marke Monheim und sein Vorsitzender Bürgermeister Thomas Dünchheim erhielten wie die Sportfreunde ein Darlehen. Die Ratsherren müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, mit zweierlei Maß zu messen. Was passiert, wenn der nächste Verein auf der Matte steht und Geld zum Überleben braucht?

DANIEL CNOTKAd.cnotka@nrz.de

Daniel CNOTKA

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Kommentare
07.04.2008
13:00
Stadt rettet die Sportfreunde
von derjeckejupp | #3

Was für eine Riesensauerei - das Sojus hat man damals sterben lassen und die jungen Leute mussten blechen trotz der grosskotzigen Versprechungen eines Herrn D., der es ja nach dem ganzen werbewirksamen Trara im Vorfeld noch nicht mal nötig hatte bei einer der Benefizaktionen anwesend zu sein. Vielleicht hofft er auf weitere Wählerstimmen aus Baumberg, die ihn ja schon bei der letzten Wahl auf den Thron gehoben haben. Und für seinen eigenene Verein Marke Monheim gab es ja auch eine (selbstbewilligte) Finenzspritze!!! Sauber, sauber, kann man da nur sagen. Das macht doch Lust auf mehr Kommunalpolitik! Alle Fraktionen -ausser den Peto-Leuten - sollten sich was schämen. Nix gegen die Sportfreunde Baumberg, aber das stinkt...

05.04.2008
08:49
Stadt rettet die Sportfreunde
von Pachpicha | #2

Die Ueberschrift ist nicht richtig.
Stadt rettet die Sportfreunde.
Muss heissen
Die Steuerzahler der Stadt Monheim retten die Sportfreunde Baumberg. SENIOREN

05.04.2008
08:46
Stadt rettet die Sportfreunde
von Pachpicha | #1

Traurig aber wahr.
Trennt die Spreu vom Weizen.
Die Jugend muss erhalten bleiben.
Die 20 Prozent Profies auf wiedersehen.
Habe noch keinen Fussballer erlebt der ohne Knete die Fussballschuhe schnuert. Sind ja auch nicht seine eigenen. Kommt kein Geld bin ich weg.

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